23.03.2012

Euroweb: Gescheiterter Betrugsversuch im Verfahren 14e O 96/11 des LG D├╝sseldorf; Webstyle: Prozessbetrug vor dem LG Berlin, Az, 22 O 420/11

Im Verfahren 14e O 96/11 des LG D├╝sseldorf ist die Euroweb Internet GmbH mit einem Betrugsversuch gescheitert.

Vor dem Gericht wurde - wie in zahlreichen anderen F├Ąllen auch - vorgetragen, dass die Euroweb die gesamten Leistungen ├╝blicherweise ausschlie├člich durch fest angestellte Mitarbeiter erbringe und auch ├╝ber keine anderen anderen M├Âglichkeiten des Erwerbs verf├╝ge, da sie st├Ąndig einen Kundenstamm von derzeit 20.000 Kunden betreue und dauerhaft entsprechende materielle und personelle Ressourcen vorhalte.



Diese T├Ąuschung des Gerichtes und damit der Betrug ist misslungen, das Gericht wies die Zahlungsklage der Euroweb vollst├Ąndig ab.


Es ist auch wenig glaubw├╝rdig, was die Euroweb vortr├Ągt. Sie will einerseits 300 Mitarbeiter haben, andererseits 20.000 Kunden. Und wenn ein solcher den Vertrag vor der Erbringung irgendwelcher Leistungen k├╝ndigt, dann, so behauptet die Euroweb, sitze ein fest angestellter Mitarbeiter mit den H├Ąnden in den Taschen da und m├╝sse bezahlt werden.

Nein, das kann kaum stimmen.

Bei den behaupteten Ums├Ątzen und Kundenzahlen ist es wenig glaubhaft, dass die Euroweb herumsitzende Mitarbeiter bezahlt - es sei denn diese hat schlecht kalkuliert. Das g├Ąnge aber nicht Lasten der Beklagten. Zu dem steht fest, dass die Euroweb eine doch beachtliche Anzahl freier Mitarbeiter hat - und die werden ganz gewiss nicht f├╝rs Nichtstun bezahlt!


Der Gesch├Ąftsbericht der Euroweb weist f├╝r das Jahr 2010 Personalkosten in H├Âhe von etwa 3.570.000 Euro. Das w├Ąre durch (angebliche) 300 Mitarbeiter und 12 Monate zu dividieren, ergibt dann etwa 990 Euro. Monatsgehalt. Brutto. Durchschnittlich. Dabei auch die Geh├Ąlter der Manager. Wie soll das gehen?

"Die Gesellschaft besch├Ąftigte im Jahresdurchschnitt 147 Angestellte."

steht im Jahresbericht f├╝r das relevante Jahr 2010. Das passt schon eher. Ich glaube der Euroweb gar gern, dass diese mit durchschnittlich etwa 1800 Euro (brutto!) ihre Mitarbeiter ziemlich mies bezahlt. Aber wieso behauptet dann die Euroweb vor Gericht so grob l├╝gend, es seien "ca, 300"?

Und der Vortrag ist dann nicht mehr glaubbar, wenn man noch eine Zahl aus dem Jahresbericht kennt: 13.100.000 Euro an sonstigen betrieblichen Aufwendungen - darunter die Kosten f├╝r die Inanspruchnahme von Leistungen Dritter. Da w├Ąren z.B Freiberufler dabei.

Dann ist da noch diese kleine Sache aus dem Gesch├Ąftsbericht der Euroweb f├╝r das relevante Jahr 2010. Darin steht, dass die Euroweb die Webseiten zunehmend von Lehrlingen - also Auszubildenden - (in der Werbung: "Spezialisten") erstellen lie├č und so die Kosten erheblich dr├╝ckte. Das steht nun in einem klaren Gegensatz zu der Behauptung, dass die Euroweb die gesamten Leistungen ├╝blicherweise ausschlie├člich durch fest angestellte Mitarbeiter erbringe.

F├╝r mich steht nunmehr fest: Das Gericht wurde belogen.

Ja, das Gericht sollte get├Ąuscht werden, damit es der Euroweb Internet GmbH einen Zahlungsanspruch zuerkennt. Das genau ist Prozessbetrug, der hier versucht wurde.

Noch mehr L├╝gen, noch mehr Betr├╝gereien

Und das nicht nur hier und nicht nur die Euroweb! Auch f├╝r die Webstyle GmbH, eine Tochter der Euroweb Internet GmbH wurde von Anw├Ąlten der Kanzlei Berger vor dem LG Berlin vorgetragen, dass die Webstyle GmbH die gesamten Leistungen ├╝blicherweise ausschlie├člich durch fest angestellte Mitarbeiter erbringe und auch ├╝ber keine anderen anderen M├Âglichkeiten des Erwerbs verf├╝ge. Die Webstyle GmbH hatte aber laut Jahresbericht 2009 einen und 2010 KEINEN Mitarbeiter. Vor dem LG Berlin ging die L├╝ge durch, weil versp├Ątet vorgetragen wurde.

Hier ist der Prozessbetrug also vorl├Ąufig gelungen.

Beweismittel:
Die Rechtskraft der Urteile ist nicht bekannt. Die Staatsanwaltschaften haben Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hoffen wir mal, dass der Alptraum irgendwann zu Ende geht! Viel Gl├╝ck und Erfolg J├Ârg!!!

Anonym hat gesagt…

Hallo J├Ârg,

auch ich bin mit meiner Firma auf die Machenschaften der Fa. EUROWEB und deren RAs reingefallen, mit der Folge "Betriebsaufl├Âsung". LG D├╝sseldorf verurteilte mich zur Zahlung der vollen Summe (AG D├╝sseldorf urteilte anders) obwohl meine Webseite EKLATANTE Rechtschreibfehler aufwies etc.ohne meine vorherige Abnahme ins Netz gestellt wurde...
Vertragsrecht ist schon eine spannende Sache...
Recht haben und Recht bekommen ist dann auch so eine Sache.
Ich w├╝nsche Dir VIEL Erfolg

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