26.07.2012

Euroweb-Anwalt Berger warnt versehentlich vor neuer Euroweb-Masche

Bei vielen Euroweb-"Referenzkunden", gerade auch bei solchen, die z√§hneknirschend den durch vors√§tzlich unwahres Vormachen kostenloser oder verbilligter Leistungen geschlossenen Vertrag erf√ľllt und der Euroweb die K√ľndigung zum Vertragsende schon mitgeteilt haben, klingelt(e) etwa seit dem 2011 verst√§rkt das Telefon. So etwa 1 bis 2 Monate bevor der bereits gek√ľndigte(!) Vertrag ausl√§uft.



Eine abgezockte Vertickerin mit ausgesuchter Telefonstimme ("sex sells!") zwitschert aufgeregt ins Telefon, dass f√ľr den Kunde ein Upgrade der Webseite bereit stehe und man w√ľrde ebenso "kostenlos" auch ein paar Design√§nderungen machen. Einw√§nde der Kunden, dass diese bereits gek√ľndigt h√§tten und den Vertrag unter keinen Umst√§nden verl√§ngern wollen,  nimmt das kleine Stimmwunder gar nicht erst wahr - die hat  n√§mlich einen festen Plan:

Diese Dame will ein partout ein "Ja" aufzeichnen!


Sagt man darauf hin "Ja, aber ...." oder "Ja, senden Sie mir das schriftlich", dann wird - "schnipp" - daraus folgendes gemacht:

Ein Komma ist ja ein Text-Trenner. Es bleibt im Mitschnitt nur das "Ja". Und zwar ein "Ja" zu einer wenig erfreulichen und ungewollten Vertragsverlängerung.


"wirtschaftlich nicht sonderlich g√ľnstiges Ergebnis"  ist n√§mlich ein Euphemismus f√ľr "wurde beschissen"! Denn das "kostenlose Upgrade" - √ľbrigens seine Leistung ("Redaktionssystem"), welche schon im ersten Vertrag versprochen aber nie geliefert wurde (das "CMS") bezahlt der oder die so erneut Beschissene nat√ľrlich mit den Jahresraten.

Wie das Gericht hier auf "unstreitig" kommt steht in den Sternen am deutschen Justizhimmel und lesen kann man es dort nur aus der Perspektive ein paar ganz weniger D√ľsseldorfer Richter. Eben jenen, die seit Monaten - ganz anders als viele Ihrer Kollegen bundesweit - die arglistige T√§uschung partout nicht erkennen wollen.

Denn schon aus den Tatbestandsfeststellungen des Gerichtes folgt ganz einwandfrei, dass diese Zustimmung h√∂chst fragw√ľrdig ist:


Eine CD "in Augenschein" zu nehmen, ist, man verzeihe mir die angebrachte Kritik an der Urteilswilligkeit der Richter, h√∂chst fragw√ľrdig, denn

Und hier kommen wir zum dem Problem der Verhandlung:


Die Kl√§gerin (das ist die GmbH, die das eilig abgebuchte Geld zur√ľck haben wollte) hat es also vers√§umt, vor Gericht anzutreten und in Person des Gesch√§ftsf√ľhrers zu erkl√§ren, dass zwar ein "Ja" aufgezeichnet wurde (was ja stimmt und unstreitig blieb), dass aber vor und nach diesem "Ja" verdammt viele "aber" waren. Das genau bem√§ngelt das Gericht. Nur schriftlicher Vortrag - offenbar nicht einmal eine Versicherung an Eides statt - reicht nicht, denn das ist nur Vortrag. Das Gericht bem√§ngelt hier nicht ganz zu Unrecht, dass es nichts handfestes (Zeugenaussage, Versicherung an Eides statt) bekommen hat - es h√§tte der Klage wohl gerne statt und der abgezockten "Partnerin"  Recht gegeben.

Anders als der Herr Philipp Berger also darstellt ist das nun nicht der zwingende Ablauf in solchen Verfahren. Das kann n√§mlich bei richtigem Vortrag, konkret bei passenden Zeugenaussagen - auch dann wenn der angebliche Vertragsschlie√üende selbst zum Inhalt des Gespr√§ches aussagt - ganz anders ausgehen. Das ist was wirklich in dem Urteil steht und die Richter haben sich im Urteil zur Sache 58 C 9985/11 des AG D√ľsseldorf wirklich viel M√ľhe gegeben, das nicht zu sehr zwischen den Zeilen zu verstecken.

Was vom Bergerschen Bericht bleibt ist ein √ľbler Geschmack

Weil der Euroweb-Anwalt Berger versehentlich vor der Praxis der Euroweb warnt, ein "Ja" aufzuzeichnen und solche Vertr√§ge gerade auch dann als geschlossen anzusehen wenn die "Partner" ganz genau erkl√§ren, dass die den Vertrag gar nicht wollen. Und wo bitte ist denn die gute alte Kulanz des deutschen Kaufmanns? Der Philipp Berger berichtet letztendlich, dass die Euroweb eine "elendige Abzockerbude" ist, der durch solche Handlungsweisen notwendig besch√§digte Ruf k√ľmmert die einen Dreck. Das ist es was man aus dem Bericht ohne jedes Geschwurbel entnehmen kann.

Ich glaube, die Euroweb kennt das gar nicht. Daf√ľr ist diese nach meinem bisherigen Wissen wohl die Firma in Deutschland, die mit Abstand die meisten Rechtsstreite im Verh√§ltnis zur Anzahl der Kunden hat.

Und das klingt nicht nach einem guten Geschäftsmodell.

Wie man denn nun am besten reagiert, wenn die Euroweb anruft?
  • Euroweb? Niemals “Ja” sagen
  • "Schicken Sir das alles schriftlich. Ich will unbeeinflusst, in Ruhe und nach W√ľrdigung aller relevanten Sachverhalte und nach einem Marktvergleich entscheiden."
    • Dann l√§sst die Euroweb Sie n√§mlich in Ruhe: "Mit Vergleichen gewinnt man keine Partner" steht in deren Verk√§uferbibel. Und sagen Sie davor nicht "Ja". Bestenfalls "Ehem".

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Na bitte!

Alles wie gehabt. Der Berger veröffentlicht, der Jörg seziert es und zeigt die knackpunkte, damit die nächsten Anwälte nicht in die selbe Falle tappen.

Eigentlich m√ľsste der Berger von den Gegnern bezahlt werden. Und davon den L√∂wenanteil an den J√∂rg abgeben

Aber ob der feine Herr Preuß mit dem nebengeschäft seines Anwaltes so ganz einverstanden ist? Mal sehen, vielleicht wird es ja morgen wieder laut in der Hansaallee.

:)

canary hat gesagt…

"Aber ob der feine Herr Preuß mit dem nebengeschäft seines Anwaltes so ganz einverstanden ist? Mal sehen, vielleicht wird es ja morgen wieder laut in der Hansaallee."

Ach was, so ein Quark. Da geht es viel eher zu wie in einer bestimmten Weinfachhandlung in K√∂ln. Der Inhaber wird v. dessen Angestellten gelegentlich zusammengebr√ľllt mit S√§tzen ala "Das k√∂nnnen Sie so nicht aufbauen, Herr Gott nochmal. WIE OFT MUSS ICH IHNEN DAS NOCH SAGEN?". Kein Funken Autorit√§t und alles andere l√§sst ungeniert die Puppen tanzen. Herr Preu√ü sollte sich wirklich langsam v. Hajo Heist briefen lassen... Ganz ehrlich!^^

hehe! http://www.youtube.com/watch?v=tfYsoxUcQM8

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