02.11.2012

OLG D√ľsseldorf, Az. I-5 U 43/12: Ein verheerendes Urteil?

Der Euroweb-Anwalt Philipp Berger ver√∂ffentlicht - lesbar stolz - ein aktuelles, aber nur auf den ersten Blick verheerend wirkendes Urteil des 5. Zivilsenats des OLG D√ľsseldorf (Az. I-5 U 43/12). Das Urteil hat es durchaus in sich. Doch wie kam es zu stande? Werden andere Gerichte auch so urteilen? Wird das selbe Gericht immer so urteilen?  Auch in anderen Verfahren? 

An dem ist es - entgegen dem Geblähe des Euroweb-Anwaltes Berger - gerade nicht.


Gegenstand:

Im Wesentlichen geht es darum, dass das OLG der Euroweb allen Ernstes fast die gesamte Summe aus dem Euroweb - Systemvertrag zugesprochen hat. Im Vertrag standen 199 + 4 * 12 *130 Euro. Sind 6439 Euro.  Das ist auffallend teuer. Der Vertrag wurde kurz nach dem Abschluss gek√ľndigt.

Personas

Zun√§chst einmal f√§llt auf, dass der nach meiner Ansicht in dieser Frage sehr viel mehr von √ľbler Garstigkeit als von einem "sachlich" zu nennenden Interesse angetriebene Euroweb-Berger nicht den Namen des gegnerischen Anwaltes ver√∂ffentlicht. Also fallen schon mal die bekannten, erfahrenen und siegreichen Euroweb-Anw√§lte als Gegnervertreter aus. Das ist im Folgendem wichtig.

Hier muss man n√§mlich beachten, dass die Kanzlei Berger seit der Gr√ľndung - die ja fast zeitgleich und durch einen Euroweb-Mitgr√ľnder (Amin El Gendi) erfolgte  - praktisch nur "Euroweb" macht. Das folgt zumindest aus der Berichterstattung des derzeitigem Herrn Obereurowebanwaltes Philipp Berger. Wie auch immer: Die Kanzlei Berger hatte 10 Jahre Zeit und inzwischen wohl sehr weit √ľber 2000 Verfahren um den prinzipiell immer gleichen Gegenstand um ihren Vortrag und wohl auch den der Euroweb-Zeugen an die Rechtsprechung insbesondere der D√ľsseldorfer Gerichte anzupassen. Diese m√ľssen ja nur (ebenso wie ich in diesem Artikel) die Urteile aufmerksam lesen und die Ausf√ľhrungen der Richter als Anleitung f√ľr k√ľnftiges Handeln annehmen.

Also muss man der Euroweb und der Kanzlei Berger einen guten und auch entsprechend "Euroweb-erfahrenen" Anwalt entgegensetzen, ein Neueinsteiger muss schon sehr gut sein und den Wille aufbringen sehr weit √ľber das hinauszugehen, was man von einem Anwalt gew√∂hnlich erwarten kann. Von den Gegnern der Euroweb - die ja immerhin die Vertr√§ge unterschrieben und eine "recht komisch miauende Katze im Sack" kauften - ist nicht zu erwarten, dass diese in der Lage sind, die rechtlichen Folgen jedes Handelns - und  schon gar nicht des Handelns vor Gerichten zu √ľbersehen. In Einzelf√§llen schon, Thorsten Romaker gewann seinen Prozess und seine Berichterstattung ist aufschlussreich.

Urteile fallen sehr unterschiedlich aus

Weil einerseits die Euroweb und die Kanzlei Berger ihre Vortr√§ge anpasst, anderseits die Anw√§lte der Gegner argumentieren, weiter auch Richter (Bindung an das Gesetz hin, Bindung an das Gesetz her) ziemlich unterschiedliche Vorstellungen und Einzelmeinungen haben, die auch schon mal h√∂chst merkw√ľrdig sind, kommt es zu unterschiedlichen Urteilen.

Dem Euroweb-Berger nicht alles glauben

Ich habe in mehreren Einzelf√§llen nachgewiesen, dass die √∂ffentlichen Berichte des Herrn Philipp Berger Unwahrheiten, Weglassungen und L√ľgen enthalten. Seine "Berichterstattung" ist h√∂chst tendenzi√∂s und √ľberm√§√üig offensichtlich von dem Bestreben getrieben einerseits die Euroweb zu bewerben, andererseits potentiellen weiteren Gegnern Angst einzujagen und diese zu einer Zahlung der horrenden Forderungen zu bewegen. Der feine und gewiss nicht der Ehrlichkeit und schon gar nicht der Sachlichkeit und √ľberhaupt nicht der Unabh√§ngigkeit verd√§chtige Herr Philipp Berger ver√∂ffentlicht n√§mlich nur die wenigen F√§lle in denen er mal gewann. Das er gleichzeitig quasi "im Dutzend" Vergleiche unterschreibt und Klagen f√ľr die Euroweb zur√ľcknimmt - um negative Urteile unbeachtet der Kosten zu vermeiden - das ver√∂ffentlicht er tunlichst nicht oder eben in einer Weise bei der man sich fragt ob bei der Ver√∂ffentlichung der Verstand des Herrn Berger in Narkose lag. Zu letzt nach dem Motto "Weil wir alles schon zu unseren Gunsten gekl√§rt war haben wir klein bei gegeben, auf alles verzichtet und die Anspr√ľche der Gegner anerkannt."

Zum Urteil:


Das unter "Personas" und "Urteile fallen sehr unterschiedlich aus" geschriebene schlägt sich an mehreren Stellen auch im Urteil nieder.


Meine Kritik:

Ein erfahrener Gegneranwalt h√§tte das nicht mehr bestritten und h√§tte es somit vermieden das Gericht damit zu ver√§rgern. Fakt ist, der Vertreter ist im Auftrag der Euroweb t√§tig und sp√§testens mit der Erhebung der Forderung aus dem Vertrag, insbesondere durch die Erhebung der Klage durch die Euroweb, steht dessen Legitimierung zum Vertragsabschluss f√ľr die Gerichte fest. Man muss nur genug Euroweb-Urteile gelesen haben um das zu wissen. Im √úbrigen entspricht das tats√§chlich der st√§ndigen Rechtsprechung, daran gibt es nichts deuteln, damit macht man nur sich und dem Gericht Arbeit (was das Gericht ver√§rgert), es bl√§ht die Schrifts√§tze auf und bleibt ohne positive Wirkung. Ich schreibe hier jetzt etwas nicht, was mir den Ruf einbringen k√∂nnte, ich w√ľrde Anw√§lte hassen - denn das w√§re ein falscher Eindruck: Ich habe ein Problem mit dem gesamten System, welches "in summa" zu zu vielen Ungerechtigkeiten f√ľhrt, die gewiss nicht vom Volk bef√ľrwortet werden in dessen Name die Richter urteilen oder zu urteilen wagen, weil "das Volk" ja gar nicht gefragt wird und weil die Richter sich auf Elfenbeint√ľrmen befinden und vom Leben, Wollen und den Sorgen  "des Volkes" einfach "Null Ahnung" haben. Andererseits auch nicht haben sollen, damit sie nicht erpressbar sind. Lassen wir den Ausflug in die "Philosophie". Zum Urteil:


Die Sittenwidrigkeit nachzuweisen gilt unter Anw√§lten als ein ganz schwieriges Gesch√§ft. Ja, man kann von einem Unternehmer (auch von einem Handwerker) erwarten, dass er einen Taschenrechner nimmt und 199 + 4 * 12 * 130 multipliziert und bei der Summe von 6439 Euro (Daf√ľr gibt es schon einen Kleinwagen!) "kurz inneh√§lt". Man muss bedenken: Ein Urteil wegen Sittenwidrigkeit oder Wucher ist f√ľr die unterlegene Partei so rufsch√§dlich, dass die Firma praktisch zumachen kann. Da sind Richter sehr zur√ľckhaltend und man muss schon sehr √ľberzeugend sehr krasses vortragen um das zu erreichen. Entsprechend selten und unwahrscheinlich sind auch die Erfolge.

Ich finde im Urteil des Gerichts jedoch nichts zum Thema "Arglistige T√§uschung", dazu ist, so scheint es, also nichts vorgetragen worden. Das wundert mich, denn selbst vor D√ľsseldorfer Gerichten gab es hinsichtlich des Vorwurfes der arglistigen T√§uschung - anders als hinsichtlich der "Sittenwidrigkeit" - Erfolge. Und eines davon hielt bis zum BHG (durch die R√ľcknahme der Revision) stand.

Hierbei ist der Verlauf des Verkaufsgespräches, der ggf. durch Zeugen und auch durch die bekannten Schulungsunterlagen belegt werden kann, entscheidend.

Statt dessen finde ich im Urteil auch noch das:

Wucher ist auch schwierig. Und das Gericht moniert, dass dazu nicht substantiiert vorgetragen wurde. Was muss man tun um das zu vermeiden? Man holt mindestens 3 Angebote ein und legt dazu genau die Leistungsbeschreibung der Euroweb vor, sagt: "Das ist es wof√ľr ich von Ihnen ein Angebot haben will."- sagt das Gericht und zwar ziemlich deutlich:



Vor allem sollte man das Gericht nicht noch mehr ver√§rgern. F√ľr die Erstellung einer "Website" (das ist der gesamte Webauftritt!) 3 Stunden und dann einen Preis von 800 Euro anzusetzen ist schon komisch. Ich halte es aber auch f√ľr m√∂glich, dass das Gericht hier am Vortrag vorbei urteilte, dass n√§mlich vorgetragen wurde, f√ľr eine Webseite (also der einzelnen Seite, aus denen der Auftritt besteht!) w√§ren nur 3 Stunden erforderlich. Das ist f√ľr mich - jedenfalls im Durchschnitt nachvollziehbar. Es kann aber, neben dem Irrtum des Gerichtes, auch sein, das der Gegner oder der Anwalt den kleinen, nur in einem "e" bestehenden Unterschied zwischen "Website" und "Webseite" nicht kannten oder falsch ausf√ľhrten. F√ľr den Ausgang ist das irrelevant, denn es ist tats√§chlich Sache des Gegners durch die Vorlage von Angeboten oder Vertr√§gen - und des Begr√ľndens, dass und wie diese zur Leistungsbeschreibung der Euroweb passt, vorzutragen, dass der Preis der Euroweb nicht marktgerecht ist (also mehr als 100% dar√ľber liegt!) und dann auf das Verkaufsgespr√§ch einzugehen,
  1. das √ľberhaupt nur zu Stande kam, weil bei der Vereinbarung des Termins durch die, √ľbrigens unzul√§ssige telefonische Kaltakquise vors√§tzlich unwahr und t√§uschend unter den Worten "ich will Ihnen nichts verkaufen" eine "Partnerschaft, die nichts kostet" versprochen wurde, der Gegner also gar keinen Anlass hatte, sich √ľber Preise zu informieren;
  2. in welchem dem Gegner auch im Termin frech l√ľgend und t√§uschend eine kostenlose Webseitenerstellung versprochen wurde;
  3. in welchem der Vergleich mit einem in der Situation gar nicht verf√ľgbaren Angebot erfolgte (dem sogenannten "Kaufkundenangebot", dass der Vertreter eben nicht abschlie√üen durfte!) - und also wissentlich unwahr und t√§uschend eine angebliche Ersparnis von (je nach Angebot) bis zu 25.000 Euro vorgerechnet wurde;
  4. in welchem dem Gegner die Pistole auf die Brust gesetzt wurde: "Unterschreibe jetzt und hier das tolle Angebot bei dem wir f√ľr Dich eine Menge Geld drauflegen - sonst gibt es die enorme Ersparnis nicht, ich komme nicht wieder!" (sinngem√§√üe Darstellung der durch den Dr√ľcker auswendig zu lernenden vors√§tzlich unwahren und t√§uschenden √Ąu√üerung)

Das alles kann schon durch die Schulungsunterlage soweit glaubhaft  gemacht werden, dass das Gericht dem folgt. Wenn dieser Vortrag aber wie vorliegend unterbleibt, dann endet das so:



Der obige Vortrag hat schon so einige Gerichte √ľberzeugt und k√∂nnte, neben der Anerkennung einer arglistigen T√§uschung, auch dazu f√ľhren, dass das Gericht die tats√§chlich auch vorliegende Ausnutzung einer durch dreiste L√ľgen sogar absichtlich und planvoll herbei gef√ľhrten Schw√§chesituation - n√§mlich des Informationsdefizites des Gegners anerkennt. Das genau ist n√§mlich, grob umrissen, die "Referenzkundenmasche"!

Weiter:

Auch der Vortrag zur Vorleistungspflicht war vollkommen sinnlos und hatte als Ergebnis nur eines: dicke Akte und ein verärgertes Gericht, das ein langes Urteil schreiben muss. Das war doch - ebenso wie Legitimation des Vertreters schon mehrfach geklärt. Was, bitte, sollte das?

Das die Katze im Sack gekauft wurde und dann eben nicht versprochene und dem Preis angemessene, nette, gesunde und weiße Rassekätzchen, sondern ein stinkender, alter, kratzender und grauer Straßenkater war - das könnte allenfalls vorgetragen werden, wenn eine Webseite erstellt wurde, wurde aber nicht. Also braucht man auch nichts vortragen.

Weiter:

Braucht man nichts zu sagen, ist aber so. Allerdings gab es wohl Einzelf√§lle, in denen die Vertreter die Stornierungsm√∂glichkeit zugesagt haben. Die Vertreter sind durch die Schulungen und die Unterlagen angehalten den Kunden ein K√ľndigungsrecht im "Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen" zu versprechen, welches dann in den Vertragsbestimmungen ausgehebelt werden sollte. Das k√∂nnte man hinsichtlich der arglistigen T√§uschung verwenden, wenn man denn darlegt, dass der Verk√§ufer auf das nur f√ľr verbraucher, nicht Unternehmer geltende Widerrufsrecht bei Haust√ľrgesch√§ften angesprochen wurde und dann in dieser "salomonischen Weise" (das war ein Euphemismus) antwortete. Dazu muss man aber vortragen und ggf. durch die Schulungsunterlage und sogar Zeugenaussagen glaubhaft machen bzw. beweisen. Denken Sie an M√∂glichkeit, dass die Euroweb mit intensiv "geschulten" Zeugen versucht, einen Gegenbeweis anzutreten.


Weiter:
Das eröffnet Anlass zur Kritik am Gericht. Der BGH hat in der Sache VII ZR 45/11 wie folgt befunden:
Aus der Begr√ľndung zum Entwurf des Forderungssicherungsgesetzes ergibt sich jedoch unmissverst√§ndlich, dass lediglich die Darlegungslast zur Ersparnis erleichtert worden ist und als Bemessungsgrundlage f√ľr die Pauschale von vornherein nicht die vereinbarte Verg√ľtung vorgesehen war, sondern der Teil der Verg√ľtung, auf den sich die Ersparnis bezieht. Denn in Abkehr von der in der Begr√ľndung zum Gesetzesentwurf in Bezug genommenen Regelung in § 648a Abs. 5 Satz 4 BGB a.F. ist offenbar bewusst als Bemessungsgrundlage nicht mehr "die Verg√ľtung" gew√§hlt worden, sondern der Teil der vereinbarten Verg√ľtung, der auf den noch nicht erbrachten Teil der Werkleistung entf√§llt.
Wenn die 5%-Klausel aus § 649 BGB sich auf den Teil der vereinbarten Verg√ľtung bezieht, der auf den noch nicht erbrachten Teil der Werkleistung entf√§llt, dann kann sich Satz 2 nur auf den Rest beziehen.

Interessant - und f√ľr die Zukunft zu beachten - ist auch der Vortrag des OLG zu den Vertriebskosten. Was ich hierzu zu sagen habe m√∂chte ich aber nicht ver√∂ffentlichen, denn davon k√∂nnte die Euroweb enorm profitieren. Wenn einem Gegneranwalt nicht klar ist oder wird was ich meine, so bitte ich um einen Anruf (0561 3172277) oder ein Email. Ich nicht daf√ľr ust√§ndig und auch nicht willens, die Euroweb und die Kanzlei Berger zu beraten. K√∂nnen k√∂nnte ich das wohl!

Das die Euroweb plante, f√ľr die Erstellung der Webseite "nur fest angestellte Mitarbeiter" einzusetzen kann man qualifiziert bestreiten und entsprechende Fragen, auch zur Kalkulation und zur Frage einer Nichtbesch√§ftigung durch den Auftrag stellen.
  1. Da wäre die von der Euroweb mit dem Geschäftsbericht 2010 veröffentlichte Tatsache, dass auch Lehrlinge die Webseiten erstellen.
  2. Da w√§re die Tatsache, dass die Euroweb in hunderten Prozessen wahrheitswidrig vortrug, die Webseiten w√ľrden ausschlie√ülich durch eigenes, fest angestelltes Personal erstellt und von dieser L√ľge nur schrittweise und nach Beweis des Gegenteils abr√ľckte. Vor dem LG Berlin musste die Euroweb-Tochter Webstyle sogar zugeben, dass es "Personal√ľberlassungskosten" gibt, also Leiharbeiter eingesetzt wurden. Philipp Berger schreibt selbst √ľber die Sache des Kammergericht (KG) Berlin, 7 U 225/11, wie folgt "weil von Webstyle bislang keine konkreten Angaben zu ihren Personal√ľberlassungskosten gemacht worden waren." Bekannt ist jedoch, dass die Euroweb und die Webstyle als "Webdesigner" das gleiche Personal einsetzen, welches in Subunternehmen - die als Verleiher t√§tig sind - angestellt ist. Das ist zu dem fr√ľheren Vortrag so kontr√§r wie es nur kontr√§r sein kann.
  3. Dann ist die Frage zu stellen, wann denn und warum denn f√ľr den konkreten Vertrag der Einsatz fest angestellter Mitarbeiter und eben kein Freiberufler und eben kein Lehrling und eben kein Leiharbeitnehmer geplant worden sein soll. Besonders wenn die K√ľndigung kurz nach der Vertragsschlie√üung erfolgte!
  4. Da w√§re die Tatsache, dass die Euroweb gegen sich gelten lassen muss, dass diese nicht die Personalkosten f√ľr die Aktualisierung der Webseite √ľber 4 Jahre durchberechnen darf, denn hier k√∂nnte diese das Personal an den Umfang der zu erbrigenden Leistungen anpassen.
  5. Da w√§re vor allem die Frage welcher Mitarbeiter denn konkret von wann bis wann auf Grund der K√ľndigung "mit den H√§nden in den Taschen herum sa√ü", also auf Grund der K√ľndigung besch√§ftigungslos bezahlt wurde. Der kann ja als Zeuge aussagen und dessen Lohnabrechnungen f√ľr den betreffenden Zeitraum sind dann vorzulegen. Es gibt n√§mlich auch bei der Euroweb eine leistungsabh√§ngige Verg√ľtung f√ľr die Webdesigner. Da m√ľsste sich der behauptete Leerlauf doch niederschlagen ...
Weiter:

Das Gericht  r√ľgt hier geradezu, dass der Kl√§ger kein konkretes Informationsbed√ľrfnis formuliert, also vorgetragen habe. Siehe oben.



Auch B√ľcher und Abrechnungsunterlagen k√∂nnen nur verlangt werden, wenn man qualifiziert bestreitet. Siehe die Fragen zur Besch√§ftigung und Nichtbesch√§ftigung des Personals oben.

Weiter:


Autsch! Das war deutlich! Ich habe an mehreren Stellen darauf hin gewiesen, dass der Vortrag durch das Aufblasen der Schriftsätze mit längst und vielfach geklärten Vorbringen das Gericht womöglich verärgert hat. Das hier sieht nun so aus, als habe sich das Gericht da ein wenig "Luft verschafft".


Fazit:

Das Urteil Az. I-5 U 43/12 des OLG D√ľsseldorf ist keineswegs so zwingend, wie der Euroweb-Anwalt Berger es √∂ffentlich darstellt und die Position seiner Mandanten zu bef√∂rdern, was hier insbesondere hinsichtlich von der zu ihm zu f√ľhrenden Verhandlungen √ľber Vergleiche gilt. Mit sachgem√§√üem Vortrag ist solches auch vor dem 5. Zivilsenat des OLG D√ľsseldorf zu vermeiden, der hier zus√§tzlich ver√§rgert war. Das Urteil basiert auf einem mangelhaften Vortrag, das hat das Gericht mehrfach moniert. Zudem hat das Gericht die Revision zugelassen:

§ 543 Absatz 2 Nr. 1 ZPO besagt:  Die Revision ist zuzulassen, wenn die Rechtssache grunds√§tzliche Bedeutung hat. Kaum ein Gericht wird aussagen, dass es sich seiner Entscheidung nicht sicher ist.

Es bleibt ein heikles und unsch√∂nes, ja bitteres Urteil, denn das Gericht h√§tte auch anders entscheiden k√∂nnen. Warum es nicht wollte steht, wenn man die nicht grundlos vermutete  Ver√§rgerung wegl√§sst, in den Sternen. Bei aller m√∂glichen Kritik an den Richtern steht aber eines fest, es war gerade noch zul√§ssige Willk√ľr und somit keine Rechtsbeugung. 

Was den Anwalt des Euroweb-Gegners betrifft, so bewerte ich dessen Leistung mit "durchschnittlich". Ich betone das dies keine H√∂flichkeit oder gar Besch√∂nigung ist. Es h√§tte eben aus den oben genannten Gr√ľnden eines besseren bedurft, oder eben eines Anwaltes, der mit der Materie "Euroweb" vertraut ist oder genug Zeit hat um Unmengen an Urteilen und au√üerdem bei Thorsten Romaker als auch hier nachzulesen oder Gr√∂√üe haben muss um die erfahreneren Kollegen (die damit auch belastet werden) um Hilfe zu ersuchen. Das "Lehrgeld" zahlt in dem Fall (wenn es denn dabei bleibt) leider der Mandant, dem mich mein Mitgef√ľhl versichere, denn freilich macht mich das Urteil traurig. Ich halte es im Ergebnis nicht f√ľr angemessen.

Ich selbst √ľberlege, ob ich nicht in einem weiteren Projekt die Informationen so verdichten kann, dass auch in die Euroweb-Problematik nicht eingef√ľhrte Anw√§lte leichter und schneller ersehen k√∂nnen, was zu tun ist. Dazu w√ľrde ich selbst aber auch Hilfe brauchen, denn das w√§re ein echtes Projekt mit einem nicht geringen Aufwand.

Andererseits w√§re es eine sch√∂ne Rache nicht nur f√ľr die Unfl√§tigkeiten aus der Kanzlei Berger Law LLP sondern gerade auch hierf√ľr.

----
Lizenz: Ich stelle es jedem ausdr√ľcklich jedem frei, diesen Artikel unver√§ndert weiter zu verbreiten. Mein Name ist in der Form "J√∂rg Reinholz, Schlosser" als Quelle zu nennen - ich weise aber darauf hin, dass eine Verlinkung (die ich nicht verlange, sogar davon abrate) nahezu unweigerlich dazu f√ľhrt, dass der angeblich feine und empfindliche Herr Berger nachher Abmahnungen versendet oder versenden l√§sst, √ľber deren so genannte "Begr√ľndung" ich mich jetzt besser nicht auslasse, weil der Herr Berger dann wohl weint. Also: Links entfernen.

Diese Lizenz gilt ausdr√ľcklich nicht: F√ľr die Euroweb, die Berger Law LLP und jedem f√ľr die vorgenannten Organisationen, direkt, indirekt oder wie auch immer t√§tigen Mitarbeiter, Gehilfe und somit auch f√ľr die "Journalistin" Sabine Meuter a.k.a. Gisela Mertens, Kanzlei Berger Law LLP. Die Lizenz sollte aus dem oben genannten Grund ebenfalls nicht mit ver√∂ffentlicht werden.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Wow! Das nenne ich mal eine Analyse!

Mich wundert die Drohung in deinem Briefkasten nicht mehr, denn vermutlich kostet diese Art Artikel die Euroweb richtig viel Geld. Damit meine ich √ľber die Jahre sind es bestimmt mehrere Millionen an Euro.

Klar, dass die Gesch√§ftsf√ľhrer und die Berger-Anw√§lte richtig sauer sind.

Du solltest wirklich sauberer sortieren und die Rechtssachen irgend wie zusammenfassen und von Deiner Meinung (so berechtigt Diese auch erscheinen mag) und den Webseitenanalysen trennen. Wie man Dir dabei helfen soll weiß ich aber auch nicht.

Oliver

Anonym hat gesagt…

Das riecht doch ziemlich gewaltig nach einem 'Trophäenurteil'!
So dämlich kann man eigentlich nicht argumentiern - kein Wunder, dass man da mit Pauken und Trompeten verloren hat.

. hat gesagt…

"So dämlich kann man eigentlich nicht argumentiern

Mit dieser Aussage habe ich erhebliche Bauchschmerzen.

Offensichtlich wird da den Anw√§lten generell erst mal zu viel zu getraut und dann im vorliegenden Einzelfall ein Tiefstand zu dramatisiert. Ich halte das f√ľr eine "0815-Leistung" mit der man eben gegen die Euroweb und schon gar nicht vor dem 5. Zivilsenat des OLG D√ľsseldorf gegen die Euroweb "anstinken" kann.

Man darf nicht au√üer acht lassen, dass die Bergers einen Erfahrungsvorsprung von √ľber 2000 Verfahren haben. Den richtigen Anw√§lten reicht aber die Kenntnis von ca. 30 Urteilen um damit fertig zu werden.

Kommentar veröffentlichen