11.04.2013

Euroweb - Warum die Zusammenarbeit mit dieser Firma f├╝r Zeitungen sch├Ądlich ist

Die Leser werden es bemerkt haben: Ich frage nicht "ob". Ich stelle fest, das eine Zusammenarbeit mit der Euroweb f├╝r die Zeitungen wirtschaftlich sch├Ądlich ist.

Offenbar handeln Zeitungen oder Verlagsh├Ąuser, die sich auf eine Zusammenarbeit mit der Euroweb (tritt dann gerne z.B. unter "Ruhrgebiet Online Services" auf) einlassen, h├Âchst un├╝berlegt. Denn das Folgende ist naheliegend:

1.) Die Zusammenarbeit wird bekannt

Logisch. Das ist zum einen mein Job. Zum anderen werden aber Unternehmern (also potentiellen Anzeigenkunden!)  stark ├╝berteuerte Vertr├Ąge aufgeschwatzt und dabei wird nicht immer fein vorgegangen. Die Betroffenen f├╝hlen sich abgezockt, sogar betrogen - und das nicht grundlos, wie die Urteile zeigen. Zahlreiche andere, vom Vertrieb angegangene, werfen die tats├Ąchlichen Euroweb-Vertreter kurzerhand raus wenn sich herausstellt, dass die als kostenlos versprochene Leistung "Erstellung der Webseiten" pl├Âtzlich einen horrenden Betrag kosten soll, wenn aus "Wir investieren" und "Wir haben das Budget bis 17:00 Uhr f├╝r Sie reserviert" pl├Âtzlich "Zahlen Sie vier Jahre lang monatlich nur 200 Euro" wird. Es ist also so, dass der Euroweb-Vertrieb (der ja, wie auch im Falle der WAZ geschehen, tats├Ąchlich t├Ątig ist) unter dem Namen der Zeitung handelt und durch abertausende Kontakte dieser "Dritten Art" den Ruf der Zeitung systematisch zerst├Ârt

Glaubt denn eine einzige Zeitung, dass ein unter deren Namen abgezockter Kunde nochmals bei denen inseriert? Ich glaube genau das nicht!

Nicht unwahrscheinlich ist, dass die Zeitungen auch andere zahlende Kunden verlieren - die K├Ąufer. Denn wenn die Zusammenarbeit bekannt wird, dann glauben die K├Ąufer zu Recht, dass diese nicht objektiv und schon gar nicht unabh├Ąngig informiert werden. Warum dann diese Zeitung kaufen?

Den Namen f├╝r die Euroweb herzugeben soll also ein gutes Gesch├Ąft sein? Da haben die Gesch├Ąftsf├╝hrer der Verlage aber nicht gut nachgedacht!

2.) Die Budgets der Kunden sind begrenzt

Die Euroweb, also auch die von den Zeitungen (mit) gegr├╝ndeten Vertriebsgesellschaften vertreiben einen Vertrag, der die Kunden so ab 170 Euro monatlich kostet. Diese Kunden sind laut der eigenen Stellenanzeige vorwiegend mittelst├Ąndische Unternehmen aus Handel, Handwerk, Dienstleistungen und freien Berufen.

Und genau diese Kleinstunternehmen haben ein sehr begrenztes Budget f├╝r die Werbung.

Wenn diese kleinen Kunden jetzt also stark ├╝berteuerte 170 bis 350 Euro monatlich in die Webseite investieren - dann fallen diese, zumindest in diesem Rahmen, auch f├╝r 48 Monate als Anzeigekunden aus. Wahrscheinlich sogar ganz (siehe Punkt 1).

Ich hoffe, dass ist jetzt f├╝r die Gesch├Ąftsf├╝hrer der Verlage nicht zu kompliziert. Manche haben ja nur einen Doktortitel.

Und die, die trotz Doktortitel noch bereit und f├Ąhig zum Nachrechnen sind, werden feststellen, dass jeder verkaufte Vertrag im Gegenzug zu dem kleinen, von der Euroweb gew├Ąhrtem Sal├Ąr, einen stark ├╝bersteigenden Verlust im Anzeigengesch├Ąft mit sich bringt.

3.)  Keine Gewinne ohne "Euroweb-Methoden"

Jetzt werden manche Gesch├Ąftsf├╝hrer wohl denken, diese m├╝ssten ja nicht die als "betr├╝gerisch" und "kriminell" verschrienen Euroweb-Methoden anwenden und die unter dem Namen der Zeitungen agierenden Euroweb-Vertreter anweisen, dieses oder jenes zu unterlassen.

Ja, was glauben denn die sich selbst f├╝r "Marketing-Experten" haltenden Gro├čk├Âpfe in der Gesch├Ąftsf├╝hrung, was die Vertreter dann bei den exorbitant hohen Preisen dann noch verkaufen? Fragt die WAZ - die hat es ohne das Versprechen angeblich kostenloser Webseiten versucht und ist ganz schnell wieder ausgestiegen - weil deren Kosten die Einnahmen weit ├╝berstiegen.

Die WAZ hat Miese gemacht, zwei Verlage sind aus den von mir genannten Gr├╝nden schon in den Gespr├Ąchen ausgestiegen.

Und dieses "tolle" Gesch├Ąftsmodell wollen dann andere, die sich wohl auch noch f├╝r ganz besondere Schlaumeier halten, fortsetzen? Ich halte das nicht nur f├╝r "sehr un├╝berlegt". Ich denke, das w├Ąre geradezu dumm!

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