04.05.2014

Neue Beweise fĂŒr jahrelangen Prozessbetrug der Euroweb IV

Im Jahr 2011 verbreitete die Euroweb Internet GmbH (folgend "Euroweb"), diese habe "mehr als 120 Mediengestalter". Die selbe Zahl findet sich auch in diversen Pressemeldungen fĂŒr die Vorjahre.

Dividiert man die von Daniel Fratzscher genannte Zahl von 5300 AuftrÀgen allein im Jahr 2009 durch diese Zahl, so erhÀlt die Zahl von rund 44 NeuauftrÀgen, die pro Webdesigner und Jahr bearbeitet wurden.

Das Jahr hat 52,5 Wochen. Zieht man hierfĂŒr 4 Wochen Urlaub und 2,5 Wochen fĂŒr den durchschnittlichen Krankenstand ab, so kommt man auf 46 Wochen oder 230 Tage, von denen man fĂŒr das Jahr 2011 10 Feiertage abziehen muss.

Es bleiben pro Webdesigner 220 Tage fĂŒr die Erledigung vom 44 NeuauftrĂ€gen. Das wĂ€ren genau als 5 Tage pro Auftrag. TatsĂ€chlich ist die Zahl aber noch geringer, denn die "Webdesigner" mĂŒssen ja auch die bis zu 3 Updates pro Kunde und Jahr machen. Das sind, so man den Behauptungen der Euroweb glaubt "ĂŒber 20000 Kunden" im Jahr 2011 gewesen. Also bis zu 60.000 Updates. Demnach musste jeder Webdesigner auch bis zu 500 Updates innerhalb der 220 Arbeitstage erledigen, die auch zeitnah erledigt werden mussten, denn die Euroweb versprach "AkutalitĂ€t der Webseiten" was nicht der Fall ist, wenn Sonderangebote oder Sonderaktionen erst nach 3-monatiger Wartezeit auf den Webseiten der Kunden erscheinen.

Aus den vorgenannten Zahlen kann man schĂ€tzen, dass pro Webdesiger und Websiteerstellung nur 2 bis 2,5 Tage zur VerfĂŒgung standen.

Das kann jedoch mit den BetrĂ€gen fĂŒr die Erstellung der Webseiten, die vor den Gerichten in Ansatz gebracht wurden, nicht in Übereinstimmung gebracht werden. Statt dessen sind die 2,5 Tage pro Website a 8h a 15 Euro/Stunde (=300 Euro) mit der bereits aus dem maximal zur VerfĂŒgung stehenden 500 Euro / Website in Übereinstimmung, denn hierbei sind die Updates, die ja fast die HĂ€lfte der Arbeit ausmachen (und fĂŒr die vor dem BGH auch mit 13,48 €/Monat  also 161,76 Euro per anno behauptet wurden) sehr wohl in Übereinstimmung
  1. mit der Gewinn- und Verlustrechnung der Euroweb
  2. mit der Tatsache, dass auch fĂŒr weitere TĂ€tigkeiten unweigerlich Lohnkosten anfallen
  3. mit den Zahlen, welche Designer der Euroweb im Arbeitgeberportal Kununu.de veröffentlichten Zahl von 2 Webseiten pro Woche.
In der Sache 6 O 40/10 des LG MĂŒhlhausen, Schriftsatz vom 6.11.2013, dort Seite 3 hatte die Euroweb Internet GmbH neben dem wissentlich unwahren Vortrag, es seien ausschließlich fest angestellte Mitarbeiter beschĂ€ftigt worden und dem weiteren vorsĂ€tzlich unwahren Vortrag, diese hĂ€tten nicht mit anderen AuftrĂ€gen beschĂ€ftigt werden können, auch wie folgt unwahr vorgemacht:
"ErgĂ€nzend, ohne dass die KlĂ€gerin hierzu verpflichtet ist, wird ausgefĂŒhrt, dass eine Vollauslastung der KlĂ€gerin gerade nicht vorgelegen hat. Die KlĂ€gerin war weder im Jahr 2011, noch in den Jahren 2012 und 2013 voll ausgelastet. Diese Tatsache wird eindrucksvoll dadurch untermauert, dass zu keinem Zeitpunkt
Überstunden angeordnet wurden und/oder AuftrĂ€ge abgelehnt worden sind."
HierfĂŒr wurde der Zeugenbeweis durch Daniel Fratzscher angeboten. TatsĂ€chlich wurden in nicht geringem Maße Überstunden bezahlt. Zu dem wurden von den Webdesignern Websiten auf PrĂ€mienbasis (200 Euro/Website) erstellt, wie Webdesigner der Euroweb auf Kununu.de berichten.

Ferner lautet es schon im GeschĂ€ftsbericht fĂŒr das Jahr 2009:
"Neben den ĂŒblichen persönlichen Ansprachen und Werbe- & Anzeigenkampagnen fĂŒr neue Mitarbeiter werden die vorhandenen Auszubildenden im letzten Ausbildungsjahr ĂŒber eine spezielle Zusatzausbildung in die Lage versetzt, deutlich frĂŒher als ĂŒblich produktiv eingesetzt zu werden."

Auch die Tatsache, dass in allen mir vorliegenden Jahresberichten bis 2012
  1. "angearbeitete" also unfertige AuftrÀge mit mehreren hunderttausend Euro bilanziert wurden und
  2. jeweils von einer Steigerung der BeschÀftigten berichtet wurde
spricht dafĂŒr, dass tatsĂ€chlich AuftrĂ€ge in nicht geringem Maße liegen geblieben sind.

Im GeschĂ€ftsbericht fĂŒr 2011 findet sich folgender Satz: "Die sonstigen RĂŒckstellungen betreffen im Wesentlichen die Kosten fĂŒr ausstehende Eingangsrechnungen, fĂŒr UrlaubsansprĂŒche von Mitarbeitern und fĂŒr die AbschlussprĂŒfung."

Demnach wurde Mitarbeitern 2011 auch der vertraglich zustehende Urlaub im nennenswerten Umfang nicht gewĂ€hrt, was fĂŒr eine Überlastung des Unternehmens und also Vollauslastung spricht und ausschließt, dass im Falle frĂŒhzeitig gekĂŒndigter VertrĂ€ge keine FĂŒllauftrĂ€ge bearbeitet wurden. Das vor Gericht gelogen wurde um einen unrechten Vermögensgewinn zu erzielen steht damit auch fest.

Verschiedentlich wurde in aktuellen Prozessen behauptet, die Erstellung der Webseiten sei nicht durch fest angestellte der Euroweb Internet GmbH selbst, sondern durch die Euroweb Design GmbH, Berlin (jetzt Web2Walk GmbH, Amtsgericht Berlin-Charlottenburg, HRB 102938 ) als konzerneigenem Subunternehmen erfolgt. Wenn aber die andere Zahl von 120 Webdesignern stimmen soll, so wĂ€re unerklĂ€rlich wieso die Web2Walk GmbH seit deren GrĂŒndung wie folgt angibt:
  1. (2009) Die Gesellschaft beschÀftigte im Jahresdurchschnitt 39 Angestellte.
  2. Im GeschÀftsjahr 2010 hatte die Gesellschaft im Jahresdurchschnitt 43 Mitarbeiter.
  3. Im GeschÀftsjahr 2011 hatte die Gesellschaft im Jahresdurchschnitt keine Mitarbeiter.
  4. Im GeschÀftsjahr 2012 hatte die Gesellschaft im Jahresdurchschnitt keine Mitarbeiter.
Es steht fest, dass auch dieser Vortrag wissentlich unwahr und auf eine TĂ€uschung des Gerichts und nachfolgenden unrechten Ermögenserwerb durch das Urteil gerichtet ist. GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Web2Walk GmbH ist Christoph Preuß, also der GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Euroweb. Er konnte also auch nicht von der Euroweb Design GmbH, Berlin (jetzt Web2Walk GmbH) getĂ€uscht worden sein.

Auf Anwalt.de wird wie folgt berichtet:
In einem Verfahren vor dem Landgericht Chemnitz (1 O 375/12), das inzwischen in der Berufungsinstanz vor dem Oberlandesgericht Dresden durch einen fĂŒr den betroffenen Referenzkunden gĂŒnstigen Vergleich beendet wurde (LG Dresden, Az. 10 U 164/13) hatte die Kanzlei Berger nicht weniger als drei Tatsachenversionen vorgetragen, wie die Designer der Euroweb-Gruppe beschĂ€ftigt werden. Logischerweise mussten mindestens zwei dieser Versionen falsch sein.
  1. Version: ZunĂ€chst hieß es, die Mitarbeiter wĂ€ren ganz normal bei Webstyle fest angestellt. Diese Behauptung war aber nicht haltbar, weil in der von der Kanzlei vorgelegten Bilanz ĂŒberhaupt kein Mitarbeiter ausgewiesen war.
  2. Version: Dann war von einem konzernweiten „BeschĂ€ftigungspool" die Rede, also dem flexiblen Einsatz der Mitarbeiter. [...]
  3. Version 3: Die Mitarbeiter wĂ€ren von der Euroweb Design GmbH durch eine feste, konzernweite ArbeitnehmerĂŒberlassung ausgeliehen worden.
Da die Euroweb jedoch ĂŒber keine "feste, konzernweite ArbeitnehmerĂŒberlassung" von Webdesignern verfĂŒgt stellt sich auch das als vorsĂ€tzlich unwahrer Vortrag, der auf eine TĂ€uschung des Gerichts und auf eine unrechte Vermögensaneignung gerichtet ist (also einen Betrugsversuch), heraus.

Auch die Maxworker Verwaltungs-GmbH (Amtsgericht DĂŒsseldorf
HRB 56195) kommt nicht als Verleiher in Betracht, denn zum ersten ist diese nach eigenem Bekunden auf maxworker.de im Bereich des Vertriebs tĂ€tig und weiter hat diese laut den eigenen GeschĂ€ftsberichten gar nicht genĂŒgend Mitarbeiter:
  • Im GeschĂ€ftsjahr 2009 hatte die Gesellschaft im Jahresdurchschnitt vier Mitarbeiter.
  • Im GeschĂ€ftsjahr 2010 hatte die Gesellschaft im Jahresdurchschnitt zehn Mitarbeiter.
  • Im GeschĂ€ftsjahr 2011 hatte die Gesellschaft im Jahresdurchschnitt fĂŒnf Mitarbeiter.
  • Im GeschĂ€ftsjahr 2012 hatte die Gesellschaft im Jahresdurchschnitt drei Mitarbeiter.
GeschĂ€ftsfĂŒhrer der  Maxworker Verwaltungs-GmbH ist Christoph Preuß, also der GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Euroweb. Er konnte also auch nicht getĂ€uscht worden sein.

Dadurch steht fest, dass die Euroweb sich keine Webdesigner und schon gar keine fest angestellten Webdesigner von der "feste(n), konzernweite(n) ArbeitnehmerĂŒberlassung ausleihen konnte und vorsĂ€tzlich unwahr vortrug um durch das Urteil des Gerichts einen unrechten VermögensĂŒbergang zu erlangen. Demnach steht der (versuchte) Prozessbetrug in diesem und in jedem anderen Fall mit gleichem Vortrag vor den Gerichten zwingend fest. Zu dieser Fallgruppe gehört auch die Sache des LG DĂŒsseldorf Az. 6 O 348/11.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Na klasse. Bald werden in DĂŒsseldorf alle Blutdruck- Beruhigungsmedikamente & Antidepressiva knapp, wenn das so weitergeht. o.O

Anonym hat gesagt…

Hihi. Hier erscheint gerade Werbung. "Systeme fĂŒr frische Luft" - danach dĂŒrfte bei Bergers und Preußens gerade geschnappt werden.

Mach weiter, Jörg!

Anonym hat gesagt…

"genannte Zahl von 3500"

5300

. hat gesagt…

Danke, geÀndert.

Anonym hat gesagt…

von rund 30 NeuauftrÀgen

44
usw.

. hat gesagt…

Danke, geÀndert.

Anonym hat gesagt…

„Wir haben hier eine junge Drogen-Gang fassen können, die auf dem Weg bis ganz nach oben war“, sagte der ermittelnde Kommissar, der die Bande schon lĂ€nger im Blick hatte. „Wir haben es geschafft, sie in einem frĂŒhen Stadium abzufangen, bevor ihre KriminalitĂ€t eskalieren konnte.“

Gerade gelesen, da musste ich doch glatt an die gernegroß-Eurowebber denken. lol Wenn der WAHNsinn grassiert, dann... ach egal... o.O

http://www.focus.de/panorama/welt/pech-gehabt-dumme-dealer-machen-fotos-mit-cannabis-und-werden-eingesperrt_id_3815911.html

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