05.07.2014

Die Euroweb und der Mindestlohn - warum DIW-Chef Fratzscher dagegen ist. Und was "Unternehmer" wie Alexander Luckau und Christian Stein damit wohl zu tun haben...

Marcel Fratzscher, Bruder des Daniel Fratzscher (letzterer ist Haupteigent├╝mer und Hauptprofiteur der kriminell anmutenden Euroweb-Methoden) schreibt zusammen mit einem Gert G. Wagner auf diw.de:
 "Ein Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde w├╝rde viele Menschen betreffen. 17 Prozent der Erwerbst├Ątigen oder fast sechs Millionen Arbeitnehmer verdienen weniger als 8,50 Euro. Eine neue Studie des DIW Berlin zeigt, dass ein solcher Mindestlohn den Bruttostundenverdienst der Betroffenen im Durchschnitt um 35 Prozent erh├Âhen w├╝rde, wenn sie in derselben Besch├Ąftigung verbleiben w├╝rden. Profitieren w├╝rden vor allem geringf├╝gig Besch├Ąftigte, Ungelernte oder die, die nicht in ihrem erlernten Beruf arbeiten, Erwerbst├Ątige in kleinen Dienstleistungsfirmen und Besch├Ąftigte in Ostdeutschland."
Soweit stellt er die Vorteile dar, kommt dann aber zu folgendem Ergebnis:
"Auch wenn pr├Ązise Prognosen unm├Âglich sind, sind Besch├Ąftigungseinbu├čen bei einem Mindestlohn von 8,50 Euro wahrscheinlich, denn daf├╝r m├╝ssten die Bruttostundenl├Âhne der Betroffenen um durchschnittlich 37 Prozent steigen. Ihren Job verlieren d├╝rften vor allem Arbeitnehmer in kleinen Unternehmen in konsumnahen Sektoren."
Rechnen wir mal.

Die Euroweb hat angeblich 600 Mitarbeiter, von denen wohl mehr als die H├Ąlfte (nehmen wir 350 an) im Vertrieb t├Ątig ist. Bekannt ist, dass deren Grundgehalt laut den hier vorliegenden und ziemlich aktuellen Vertr├Ągen bei prek├Ąren 1000 Euro liegt.

Bei 8,50 € / Stunde Mindestlohn m├╝ssten denen rund 1500 € im Monat gezahlt werden.

Unter Annahme dieser groben Zahlen steigen die j├Ąhrlichen Vertriebskosten der Euroweb um 350 * 500 € * 12 an. Das sind 2.100.000 €. In Worten: ├ťber 2 Millionen Euro. Damit w├Ąre die Euroweb aber ein gutes St├╝ck weit weg von der Gewinnzone. (Und ich finde, das ist gut so!)

Weil ich die Neigung der Euroweb zum groben Rechtsbruch kenne nehme ich mal an, dass die empfindsamen und sicherlich sehr teure Wagen fahrenden Herren Daniel Fratzscher und Christoph Preu├č folgendes verwirklichen werden:
"Ein ganz gro├čes Risiko besteht darin, dass Arbeitnehmer durch einen einheitlichen Mindestlohn noch st├Ąrker in prek├Ąre Besch├Ąftigung gedr├Ąngt werden k├Ânnten."
Einen Schritt in diese Richtung hat die Euroweb n├Ąmlich schon fr├╝h getan: Nachdem zuerst mit der Maxworker GmbH (GF: Der Euroweb-Dauerzeuge Christian Stein) ein eigener Container f├╝r die Arbeitnehmer├╝berlassung gegr├╝ndet wurde (wohl auch damit in Gesch├Ąftsberichten von einer geringen Fluktuation gesprochen werden kann) ist die Euroweb schon l├Ąngst dazu ├╝bergegangen, die Treppenterrier zu prek├Ąren Bedingungen bei formell selbst├Ąndigen "Unternehmern" anzustellen. Nur einer dieser nur scheinbar selbst├Ąndigen Unternehmer ist Alexander Luckau, Roseggerstra├če 3, 99867 Gotha. Wie schrieb doch Marcel Fratzscher?
"Profitieren w├╝rden vor allem geringf├╝gig Besch├Ąftigte, Ungelernte oder die, die nicht in ihrem erlernten Beruf arbeiten, Erwerbst├Ątige in kleinen Dienstleistungsfirmen und Besch├Ąftigte in Ostdeutschland."
Doch ich denke, dass die Euroweb versuchen wird, die Angestellten dieser von ihr abh├Ąngigen Unternehmer "noch st├Ąrker in prek├Ąre Besch├Ąftigung" zu dr├Ąngen, z.B. durch den formellen Abschluss von Teilzeitarbeitvertr├Ągen und dem Verlangen nach unbezahlten ├ťberstunden, was man, so man den in dieser Hinsicht h├Âchst eindeutigen Wortmeldungen auf Kununu glaubt, schon heute annehmen kann.

"Gearscht" sein k├Ânnten dann - bei einer Anzeige bei dem f├╝r die ├ťberwachung zust├Ąndigen Zoll - genau diese auch eher nur scheinselbst├Ąndigen "Unternehmer" vom Schlage des Alexander Luckau. Die Euroweb w├╝rde (auch das zeigt meine Erfahrung mit deren L├╝gengeschichten) nat├╝rlich behaupten, "selbstverst├Ąndlich nichts von dem Gesetzesbruch gewusst" zu haben - und wohl auch Typen wie den allerwertesten Herrn Luckau auf der Strafe sitzen lassen und sich einen anderen Dummen als Vertriebschef f├╝r die Region suchen.

Das die Euroweb auf diese dreist anmutende Weise l├╝gt ergibt sich f├╝r mich schon daraus, dass diese ├╝ber den genannten Alexander Luckau frech unwahr behauptete, dieser sei nicht ├╝ber die Euroweb zu laden. In dessen Zeugenaussage hie├č es dann aber, er sei nach wie vor Mitarbeiter.

Ein Rat f├╝r die Vertriebsmitarbeiter

Dennoch sollten die so angestellten Vertriebler die Adressen und Telefonnummern austauschen und ├╝ber die Arbeitszeiten, besonders die ├ťberstunden (und die geleistete Arbeit) ordentlich Buch f├╝hren. Bei der hohen Fluktuation wird sich in k├╝rzester Zeit mindestens einer der Kollegen oder Kolleginnen als Zeuge finden mit dem man als weiteren Zeuge erst den nicht gezahlten Mindestlohn f├╝r die tats├Ąchlich geleistete Arbeitszeit vom "Unternehmer" Alexander Luckau einklagen und dann den Gerichtsvollzieher zur Roseggerstra├če 3 in Gotha schicken kann. Die beim Abschluss des Arbeitsvertrages abgegebene, Rechtskundigen l├Ącherlich erscheinende "Unterlassungserkl├Ąrung" gilt in diesen F├Ąllen erst recht nicht. (Und mindestens deren Verfasser ist definitiv ein "juristischer" Vollidiot!)

Wie heisst es doch so sch├Ân: "Der Unternehmer tr├Ągt das Risiko." Ob die Eink├╝nfte des Alexander Luckau und seiner scheinselbst├Ąndigen Kollegen das Risiko rechtfertigen wird sich zeigen.


1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Da f├Ąllt mir doch der alte Spruch ein:

Unternehmer hei├čen Unternehmer, weil sie etwas unternehmen.
Arbeiter hei├čen Arbeiter, weil sie arbeiten.
W├╝rden Arbeiter etwas unternehmen, m├╝ssten Unternehmer arbeiten.

Peter

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