02.11.2014

Referenzkunden der Euroweb leben gefährlich: Abmahnwarnung

Die Euroweb wirbt im Verkaufsgespr√§ch auch damit, dass deren Webseiten "rechtssicher" seien.  Doch gleich in zwei Hinsichten leben die Kunden der Euroweb so sehr gef√§hrlich, dass in zumindest vielen F√§llen deren wirtschaftliche Existenz ernsthaft gef√§hrdet ist:

1.) Fehlerhaftes Impressum


Bildschirmfoto: Nur ein Beispiel von wahrscheinlich sehr vielen
§ 5 TMG: Allgemeine Informationspflichten:

1) Diensteanbieter haben f√ľr gesch√§ftsm√§√üige, in der Regel gegen Entgelt angebotene Telemedien folgende Informationen leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und st√§ndig verf√ľgbar zu halten:
  1. das Handelsregister, Vereinsregister, Partnerschaftsregister oder Genossenschaftsregister, in das sie eingetragen sind, und die entsprechende Registernummer,
Die Registernummer fehlt aber auf der Webseite dieses "Referenzkunden". Anders ausgedr√ľckt: Auch hier hat wohl mal wieder der zweite Blick auf die Webseite, eine Qualit√§tskontrolle, gefehlt und die potentiellen Kunden der Kunden holen das dann nach. Oder aber die Wettbewerber. Das Risiko bemisst sich darin, dass auch dieser Euroweb-Kunde jederzeit von s√§mtlichen Wettbewerbern abgemahnt werden kann. Streitwerte liegen hier gerne mal bei 15.000 Euro. Eine UG hat normalerweise eine recht d√ľnne (Eigen-) Kapitaldecke zwischen mindestens 5.000 und unter 25.000 Euro - sonst w√§re es statt einer per se weniger kreditw√ľrdigen "Unternehmergesellschaft" ja eine "richtige GmbH" geworden. Demnach ist f√ľr diesen Euroweb-Referenzkunde "Deine Sportsfreunde U.G." der Mangel an Gesetzestreue also richtig gef√§hrlich, dass insbesondere deshalb, weil gerade Fitnessstudios in einem recht hart gef√ľhrten gef√ľhrten Wettbewerb stehen und solche kleinen Fehler nicht selten dazu genutzt werden um einen wenig finanzkr√§ftigen Wettbewerber mit Klagen zu √ľberziehen und so aus dem Markt zu werfen. Der Hebel funktioniert auch, weil es sich bei den "Ketten" in der Branche um Franchising-Unternehmen handelt. Das einzelne Studio vor Ort ist schnell mal "pleite".

Hinweis: Ein Musterschreiben hinsichtlich der Nachbesserung und K√ľndigung bei Nichterf√ľllung habe ich inzwischen ver√∂ffentlicht.

2.) Auch das derzeit mit verkaufte "YourRate-Paket" ist klar gesetzwidrig


Das sagt das Gesetz:
§ 6 TMG: Besondere Informationspflichten bei kommerziellen Kommunikationen

(1) Diensteanbieter haben bei kommerziellen Kommunikationen, die Telemedien oder Bestandteile von Telemedien sind, mindestens die folgenden Voraussetzungen zu beachten:
  1. Kommerzielle Kommunikationen m√ľssen klar als solche zu erkennen sein.
  2. Die nat√ľrliche oder juristische Person, in deren Auftrag kommerzielle Kommunikationen erfolgen, muss klar identifizierbar sein.
Das wird aber nicht eingehalten. Das von der Euroweb und der Internet Online Media GmbH gern auch als "Dreingabe" mit verkaufte "Yourrate-Paket" f√ľhrt zu dem Risiko, dass Euroweb-Kunden von s√§mtlichen Wettbewerbern abgemahnt werden k√∂nnen - denn die gekauften Bewertungen sind ganz eindeutig keine Meinungs√§u√üerungen von echten Kunden sondern Werbung und somit "kommerzielle Kommunikationen". Streitwerte liegen hier gerne mal bei 50.000 bis 100.000 Euro.

Besonders √ľbel ist das, weil gleich zwei Gesetzesverst√∂√üe vorliegen: Die von den Kunden des Euroweb-Konzerns und der Yourrate GmbH beauftragten Werber t√§uschen vor, dass diese Waren oder Dienstleistungen erworben und/oder genutzt h√§tten. Das f√§llt unter § 4 Nr. 1 ("unangemessener unsachlicher Einfluss") , Nr. 3 ("Verschleierung des Werbecharakters von gesch√§ftlichen Handlungen") und Nr. 11 ("Verletzung einer gesetzlichen Vorschrift, die auch dazu bestimmt ist, im Interesse der Marktteilnehmer das Marktverhalten zu regeln") UWG - letzteres wegen des Versto√ües gegen § 6 TMG.

Fazit:


Wer "Euroweb", "Internet Media", "EW Deutschland" oder "YourRate" kauft investiert also möglicherweise rund 200 Euro monatlich in seine eigene Pleite.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Das Impressum bei von Euroweb erstellten Webseiten ist bei Kapitalgesellschaften fast durchg√§ngig falsch, da die Rechtsform meist falsch, sowie auch der/die Gesch√§ftsf√ľhrer nicht gesetzeskonform genannt werden. Die Angabe "Inhaber "ist rechtlich falsch, da dies in der Regel die Gesellschafter sind! Das m√ľssten ein paar hundert, wenn nicht noch mehr sein. Interessant ist dabei, das der Kunde selbst auf die Impressumsdarstellung gar keinen Einfluss nehmen kann und hier v√∂llig von Euroweb abh√§ngig ist!!
Also liebe Anwälte, schaut euch doch mal die Referenzkunden der Euroweb und deren Impressum an. Da könnte ein nettes Weihnachtsgeld herausspringen.
Allen Euroweb Kunden kann man nur raten die Fa. Euroweb zu einer sofortigen korrekten Impressumsangabe und gleichzeitig Schadensersatz bei Abmahnung aufzufordern.
Als Euroweb Geschädigte hatten wir bereits das falsche Impressum schriftlich bei Euroweb angemahnt. Ergebnis = Null Reaktion.
Vermutlich hat Euroweb ihrem Anwaltsbatallion so noch eine zusätzliche Reserve-Einnahmequelle zurechtgelegt.

MfG PP

. hat gesagt…

"Als Euroweb Geschädigte hatten wir bereits das falsche Impressum schriftlich bei Euroweb angemahnt. Ergebnis = Null Reaktion."

Kann ich das bitte schriftlich haben und dazu eine urschriftliche Versicherung an Eides statt, dass Ihnen im Vertragsgespräch ein rechtlich einwandfreies Impressum versprochen wurde?

"Vermutlich hat Euroweb ihrem Anwaltsbatallion so noch eine zusätzliche Reserve-Einnahmequelle zurechtgelegt."

Die verdienen nur wenn die auch gewinnen. Ich habe inzwischen ein Musterschreiben hinsichtlich der Nachbesserung und K√ľndigung bei Nichterf√ľllung ver√∂ffentlicht.

RA Neuber hat gesagt…

Kann ich das bitte schriftlich haben und dazu eine urschriftliche Versicherung an Eides statt, dass Ihnen im Vertragsgespräch ein rechtlich einwandfreies Impressum versprochen wurde?

So langsam reichts, Sie Möchtegern-Anwalt...

...h√∂chste Zeit dass einmal die Anwaltskammer das UWG gegen Sie bem√ľht.

. hat gesagt…

Technisch kann sich hier jeder "RA Neuber" nennen - √ľbrigens theoretisch eine strafbare Handlung.

Wahrscheinlich wei√ü sogar der echte RA Andreas Neuber dass er damit nicht weit k√§me. Das ist n√§mlich keine Rechtsberatung im konkreten Einzelfall, denn die Musterbriefe tragen weder Absender noch Empf√§nger und stehen der Allgemeinheit zur Verf√ľgung. Die urschriftliche Versicherung an Eides statt brauche ich f√ľr eigene Zwecke.

Also. Wer will mir hier auf diese bl√∂de Art (vielleicht ist es ja doch...) Angst machen? Dazu muss man aber kl√ľger sein...

Anonym hat gesagt…

"Technisch kann sich hier jeder "RA Neuber" nennen - √ľbrigens theoretisch eine strafbare Handlung."

Wieso? Weil die Abk√ľrzung RA u.A. - siehe dazu http://de.wikipedia.org/wiki/RA - neben bspw. Rettungsassistent u. Regierungsamtmann v. Rechtsanw√§lten genutzt wird, gibt es eben andere Berufsgruppen/Personengruppen, die sich so nennen d√ľrfen. Herr Rechtsanwalt Andreas Neuber muss damit leben, wenn sich ein Rettungsassistent und/oder ein Regierungsamtsmann selbst RA Neuber nennt. Die zwar auch, wenn sie nicht nachschauen, dass diese "Schreibweise" erstmal verbrannt ist. Das ist aber eine andere Geschichte... ^^

Hier bitte nachbessern... ;-)

Anonym hat gesagt…

Meinte Fastix mit Straftat jetzt "RA" oder "RA Neuber"???
Die Frage ist doch, was man als ´Straftat bezeichnet.

A. Neuber hat gesagt…

Mein lieber Herr Reinholz,

der oben veröffentlichte Kommentar stammt selbstverständlich nicht von mir ! Dem Verfasser ist offensichtlich nicht bekannt, dass in der von ihm angesprochenen Fallgestaltung mitnichten das UWG, sondern vielmehr das RDG einschlägig wäre.

Selbstverständlich liegt es mir fern, Sie in Ihrem Wirken in irgendwelcher Weise einschränken zu wollen.

In diesem Sinne,

A. Neuber

Anonym hat gesagt…

Scheinheilig. Mehr kann man dazu nicht sagen. o.O

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