18.02.2016

Euroweb: "Hochleistungsserver" oder "Hochleistungsprozessbetrug"?

Erg√§nzende Stellungnahme zum Gutachten „Euroweb: Leistungsm√∂glichkeiten / Vertragserf√ľllung nach Treu und Glaube“ vom 16.02.2016

Das Hosting erfolgt mit v√∂llig veralteter, teilweise h√∂chst unsicherer Software, welche bei den offiziellen Quellen (Hersteller) auch gar nicht mehr verf√ľgbar ist - weshalb ich dringend vermute, das die Hardware ebenso veraltet ist, denn niemand setzt neue Hardware mit alten Betriebssystemen auf, welche diese auch nicht unterst√ľtzen (Debian 5 hat einen Kernel 2.6, der z.B. weder USB 3 kann noch aktuelle RAID-Controller unterst√ľtzt). Doch schon mit der veralteten Software ist die Verf√ľgbarkeit und Sicherheit der Webauftritte aller Kunden der Euroweb Internet GmbH nicht gew√§hrleistet. Erhellend ist auch die Behauptung der Euroweb Internet GmbH im Schriftsatz vom 15.08.2015 in der Sache 2-04 O 77/14 des LG Frankfurt, Seite 7:
„Die Kl√§gerin h√§tte zu diesem Zweck eine st√§ndige Verf√ľgbarkeit der Daten gew√§hrleistet und sowohl die Domain also auch die Emailkonten auf eigenen Hochleistungsservern gehostet.“
und weiter unten
„Der technische Betrieb erfolgt hierbei in einem eigenen Rechenzentrum der Kl√§gerin.“
Dieser Vortrag vor dem Gericht entspricht der durch das Oberlandesgericht D√ľsseldorf auf meinen Antrag hin verbotenen Werbung und enth√§lt im ersten Satz gleich drei unwahre Behauptungen: Die "st√§ndige Verf√ľgbarkeit" ist mit √ľberalteter Software nicht gew√§hrleistet, √ľber "eigene" Server verf√ľgt diese gerade nicht  und „Hochleistungsserver“ ist im Hinblick auf die veraltete Software und die schlechte Anbindung der offenbar "asbach-uralten" Server keine Besch√∂nigung sondern ein in T√§uschungs- also dreckiger Betrugsabsicht gehaltener, vors√§tzlich unwahrer Vortrag.

Vulgus: "ne Schei√ül√ľge"

In dem selben Schriftsatz trug die Euroweb Internet GmbH dem LG Frankfurt vor:
“Das Hosting der f√ľr die Partei zu erstellenden Internetpr√§senz w√§re durch die Tochtergesellschaft der Kl√§gerin, die Euroweb OOD mit Sitz in Bulgarien erfolgt. Hierf√ľr h√§tte die Kl√§gerin monatlich 2,91 € an ihre Tochtergesellschaft zahlen m√ľssen. Der Kl√§gerin w√§ren Gesamtkosten in H√∂he von 2,91 x 48 = 139,68 € enstanden.“
Es handelt sich um Nettopreise.

F√ľr 2 Euro brutto (€ 1,68 netto) bietet eine Vielzahl von Firmen ein Hosting in Deuschland an, bei dem Leistungen geboten werden, welche die von der Euroweb gew√§hrten weit √ľbersteigen.

F√ľr das Jahr 2013 gab die Euroweb Internet GmbH in ihrem ver√∂ffentlichten Jahresbericht an, die Euroweb OOD, an welcher diese zu 90% beteiligt sei, habe bei einem Eigenkapital von (BGN) 807.000 [~ € 413.000] ein Jahresergebnis von (BGN) 476.000 [~ 240.000 €] erzielt.

Gleichzeitig bewarb sich die Euroweb Internet GmbH damit, √ľber 20.000 Kunden zu haben. Rechnet man diese auf (20.000 Kunden * 2,91 € * 12 Monate) so erh√§lt man als Ergebnis, dass die Euroweb Internet GmbH 698.400 Euro an die Euroweb OOD gezahlt haben muss, von denen aber  240.000 € als Gewinn zur√ľck flossen.

Diese außerordentlich hohe Gewinnmarge von fast 35% des Umsatzes und fast 60% des Eigenkapitals (sic!) zeigt auf, welche enormen Gewinne die Euroweb Internet GmbH durch die ganz bewusste Schlechtleistung und Täuschung der Kunden beim Vertragsabschluss erzielt.

Sinnbildlich gesprochen: Den Kunden wird rotzfrech ein „neuer Mercedes“ versprochen, der „locker 250 Sachen“ mache. Dieser erhalten aber tats√§chlich einen „alten Fiat Ritmo, der es auf gerade mal 90 Sachen bringt, bei dem nicht mal das √ĖL geschweige denn ein Keilriemen oder Reifen gewechselt wurde und der K√ľhler durchgerostet ist, weshalb man an jeder Tankstelle anhalten, das Fahrzeug abk√ľhlen lassen und Wasser nachf√ľllen muss."

Besonders √ľbel erscheint mir dieses, weil die notwendige Software (abgesehen von Plesk) frei verf√ľgbar ist und offensichtlich nur der Installationsaufwand gescheut wird. Das w√§re vergleichbar damit, dass √Ėl (kostenlos) und Keilriemen (kostenlos) nicht gewechselt wurde weil die Fahrt in die Werkstatt gescheut wird.

Die Kr√∂nung dieses Euroweb-L√ľgenkonzerts ist jedoch, dass sich die Euroweb-Kanzlei Buchholz und Kollegen aus D√ľsseldorf sich nicht sch√§mt, am Prozessbetrug mitzuwirken, denn dem Herrn Andreas Buchholz selbst ist das Urteil des OLG D√ľsseldorf bekannt, in welchem der Euroweb Internet GmbH das Bewerben eines eigenen Rechenzentrums und eigener Server verboten wurde. Er sa√ü ja vor dem OLG D√ľsseldorf mit im Gerichtssaal - wenngleich als "Zuschauer" der Verhandlung.

In diesem Zusammenhang ist es eine geradezu „dummdreist“ erscheinende L√ľge, wie im Schriftsatz vom 15.08.2015 in der Sache 2-04 O 77/14 des LG Frankfurt auf Seite 7 geschehen, zu behaupten:
  • „Die Kl√§gerin h√§tte zu diesem Zweck eine st√§ndige Verf√ľgbarkeit der Daten gew√§hrleistet und sowohl die Domain also auch die Emailkonten auf eigenen Hochleistungsservern gehostet.“
  • „Der technische Betrieb erfolgt hierbei in einem eigenen Rechenzentrum der Kl√§gerin.“
Und was die „Hochleistungsserver“ betrifft: 2005 oder wann auch immer waren das vielleicht mal solche. Die Dinger aber 2015 noch als solche zu bezeichnen weise ich als „vors√§tzlich und dreist unwahres Vormachen“ zur√ľck.

√úbrigens: das Verfahren 2-04 O 77/14 des LG Frankfurt endete in der Berufung vor dem OLG mit einem f√ľr den Betroffenen sehr g√ľnstigen Vergleich - nach dem die vertretende Anw√§ltin mit meiner Hilfe dem Gericht klar machen konnte, dass die M√§r von der ausschlie√ülichen T√§tigkeit  fest angestellter Mitarbeiter eben nur eine typische Euroweb-L√ľge ist und dass auch einige der sonstigen Punkte der "Abrechnung nach § 649 BGB" eher "Geschichten vom Pferde" als eine solide Abrechnung sind.

Die L√ľgen und der versuchte Prozessbetrug wurden f√ľr die Euroweb also richtig teuer!

Das nie rechtskr√§ftig gewordene Urteil  2-04 O 77/14 des LG Frankfurt wurde in der Berufung also nichtig - wird aber auf der von L√ľgenkanzlei "Buchholz und Kollegen" betriebenen Webseite "internet-system-vertrag.info" weiterhin verbreitet - ich fand es dort ohne diesen Hinweis. Benedikt Sch√∂nbrunn von der Kanzlei "Andreas Buchholz und Kollegen" m√∂ge sich in Zukunft sehr genau √ľberlegen, was er in die Schrifts√§tze hinein schreibt

Weil ich ihn sonst k√ľnftig mit "Benedikt Sch√∂nbrunn von M√ľnchhausen" anrede.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Nein, kein Hochleistungsbetrug. Das ist voll auf den Niveau von Tachobetr√ľgern.

Anonym hat gesagt…

Mich w√ľrde mal interessieren, wie sich der Vertrieb von Euroweb mittlerweile entwickelt hat. Fastix hat ja geschrieben, dass die ganzen Vertriebsbuden in eigenst√§ndige Gesellschaften umgewandelt wurden, mit den ehemaligen Direktoren als Gesch√§ftsf√ľhrer.
Ich wäre mal sehr interessiert, da mal ein paar Einzelheiten zu hören. Gibt es neue Leitfäden, wie sieht es aus mit Bezahlung, Arbeitszeit und vor allem, wie hoch sind die Preise momentan?
Wieviel Seiten werden tatsächlich jeden Monat umgesetzt?

Ich könnte noch viel mehr fragen. Diese Firma regt mich einfach nur auf. Verkaufen einem einen Ferrari und liefern einen Trabbi.

Problemb√§rdompteur I. hat gesagt…

ich frage mich nur, warum die Euroweb das Problem bisher nicht gel√∂st hat. Ich meine, deine Kritik ist ja nun schon √§lter und hat der Euroweb bisher eher negatives Image gebracht. Da w√§re es doch logisch und nachvollziehbar, da√ü das Unternehmen die Problematik schnellstens beseitigt und eine L√∂sung sucht, die nicht so leicht angreifbar ist und in Prozessen dazu f√ľhren kann, da√ü die Euroweb eins auf die Nase kriegt oder Kunden abspringen. Warum also √§ndert die Euroweb nichts? Dummheit? Wegen ein paar Euros kann man solch ein Risiko doch eigentlich nicht eingehen wollen.

. hat gesagt…

"Wegen ein paar Euros kann man solch ein Risiko doch eigentlich nicht eingehen wollen."

Wegen ein paar Euros setzt sich die Euroweb mit den textbausteingleich vorgebrachten L√ľgen auch dem Vorwurf des Prozessbetruges aus. Warum also m√ľhselig und ergo teuer die Server updaten und das Euroweb-CMS so umschreiben, dass es mit PHP > 4.2 l√§uft?

Dabei w√§re letzteres - jedenfalls f√ľr jemanden der es kann - ganz einfach.

. hat gesagt…

Die wirtschaftlichen Gr√ľnde f√ľr die unterlassenen Updates bzw. Upgrades lesen sich so:

"Diese außerordentlich hohe Gewinnmarge von fast 35% des Umsatzes und fast 60% des Eigenkapitals (sic!) zeigt auf, welche enormen Gewinne die Euroweb Internet GmbH durch die ganz bewusste Schlechtleistung und Täuschung der Kunden beim Vertragsabschluss erzielt."

Ich denke ja auch nicht grundlos, dass die verwendeten Server asbach-uralt sind und ganz erheblich zur Aufheizung der Atmosphäre beitragen. Da sind jahrelang fällige Reinvestitionen einfach nicht getätigt worden. Ich schätze in der Bude steht nichts, was noch nicht bis auf auf einen Erinnerungswert von einem BGN (Lewa) abgeschrieben wurde.

Und dann ist das ja so, dass in den Kn√§sten weltweit Millionen von Idioten sitzen, die einst dachten, sie w√ľrden nicht erwischt.

Anonym hat gesagt…

Sie sind genau so ein Querulant wie dieser Typ von www.uncoverer.de

. hat gesagt…

"Sie sind genau so ein Querulant wie dieser Typ von www.uncoverer.de"

Soweit ich hörte, haben sich dessen querulierenden Gegner, vertreten von der Kanzlei des sich laut als "Medienrechtler" bewerbenden Professor Ralf Höcker aus Köln, erst neulich vor dem AG Köln eine ziemlich böse Rechtsbelehrung abgeholt und sollen dann auch noch mit einem nachgeschobenen Antrag gescheitert sein, die Tatbestandsfeststellungen korrigieren zu lassen.

Mandant der Kanzlei des Professor Höcker war ein Anwalt, der damit warb, dass er Dozent an der "Hochschule Fresenius, University of applied Sciences" sei, aber seit langer Zeit keine Lehraufträge mehr hatte.

Die andere Sache, n√§mlich der Versuch der Erlangung eines Verbotes dar√ľber zu berichten wer wen als Anwalt vertrat, erscheint noch "irrer". Vor allem wenn in der Klage behauptet wird, ein solcher Bericht sei "rufsch√§dlich".

Wer mit sowas vor Gericht geht und wer - als Anwalt - nicht in der Lage ist, einen Mandanten (der auch Anwalt ist) von dieser wirklich nur blöd zu nennenden Klage abzuhalten, der ist mit "Querulant" sehr wohl sehr richtig bezeichnet!

Und ein solcher "Querulant" wie die sich als Gegner "dieses Typs von www.uncoverer.de" versammelnden Rechtsanw√§lte, die ja nun offenbar auch mit selbst f√ľr Laien offensichtlich v√∂llig aussichtslosen Klagen vor Gericht ziehen, m√∂chte ich nun wirklich nicht sein.

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