14.05.2016

Detlef Seif: Die 15 Minuten Ruhm des HinterbÀnklers
Dumme Aussagen des MdB finden Trittbrettfahrer

Das MdB Detlef Seif ist Jurist. Also Mitglied einer Berufsgruppe, die im Bundestag ĂŒbermĂ€ĂŸig stark (viele denken: viel zu stark) vertreten ist. Viele wĂŒrden ihn als "HinterbĂ€nkler" beschreiben, andere als "Ja-Sager". "Stimmvieh" wĂŒrde wohl auch mancher sagen und damit den von vielen gesehenen Zustand meinen, dass sich viele Mitglieder des Bundestages bei Abstimmungen als treue Partei- oder "Fraktionssoldaten" ohne eigene Meinung erweisen und einfach der Vorlage zustimmen, die der ParteifĂŒhrung genehm ist - statt dem eigenen Gewissen zu folgen, welches ohnehin viele Juristen gegen den Talar tauschen. Solches "Stimmvieh" macht in unserem postdemokratischen und postkorruptiven System die große Masse des Bundestags aus.

WĂ€re es anders, gĂ€be es viele Scheiß-Gesetze und schon sehr lange offene Probleme nicht und auch vermeintliche Kleinigkeiten wie die Mitstörer-Haftung wĂ€re schon seit langem aus der Welt. Auch das Verfassungsgericht hĂ€tte deutlich weniger zu tun.

Die 15 Minuten Ruhm des "HinterbÀnklers" Detlef Seif

Detlef Seif wollte also offenbar nicht mehr nur eine "Stimmnutte" sein und drĂ€ngte mal mutig mit seiner eigenen Meinung vor. Er ist nĂ€mlich gegen die Abschaffung des §103 StGB (Beleidigung von MajestĂ€ten und Eminenzen). Deswegen hat der "Politiker" aus Nordrhein-Westfalen im Bundestag fĂŒr Aufsehen gesorgt. MdB Detlef Seif las also im Bundestag Jan Böhmernanns "SchmĂ€hgedicht" vor. Allerdings gab er den Vortrag Böhmermanns nicht ganz 1:1 wieder, worauf ich noch zurĂŒckkomme.

Der Stern fragte "Herr Seif, warum haben Sie das SchmÀhgedicht im Bundestag vorgetragen?"
"Ich weiß aus vielen GesprĂ€chen mit BĂŒrgern, dass sie den Inhalt des sogenannten SchmĂ€hgedichts nur fragmentarisch kennen. Da schien es mir richtig, das mal darzustellen." Und dann: "Der § 103 bezweckt den Schutz der diplomatischen Beziehungen. Das halte ich fĂŒr notwendig. WĂŒrden wir den Paragrafen komplett abschaffen, hĂ€tten wir eine RegelungslĂŒcke."
Ganz offenbar hat der sich sicherlich selbst eifrig als "Demokrat" bezeichnende Herr "Rechtsanwalt" Detlef Seif aus Euskirchen ĂŒbersehen, dass die "Beleidigung" bereits nach einem anderen Paragraphen strafbar ist, dass es diese von ihm behauptete "RegelungslĂŒcke" also nicht gibt, der "103er" nur einer StrafverschĂ€rfung dient welche einer Demokratie unwĂŒrdig ist - weil durch diesen MĂŒllparagraph harte und oft ehrlich gemeinte Worte an Despoten wie Recep Tayyip Erdoğan, Kim Jong-un oder eben kĂŒnftig (falls es nach der Meinung der dĂŒmmsten und stumpfsinnigsten Amerikaner gehen sollte) an diesen offensichtlich strunzdummen Donald Trump anders zu bestrafen sind als wenn jemand z.B. einen "MdB" eine "hinterwĂ€ldlerische Stimmnutte" nennt.

N-TV gegenĂŒber sagte Detlev Seif:
"Vom höchsten und teilweise ĂŒbertriebenen Lob bis hin zur Beleidigung unter der GĂŒrtellinie war alles dabei. 80 Prozent Zustimmung und VerstĂ€ndnis, 20 Prozent Shitstorm und das fast ausschließlich aus dem Lager von SPD, Linken und GrĂŒnen. Einige Kollegen sind auf mich zugegangen und haben gesagt: Prima, dass du das gemacht hast. Selbst im Parlament war einigen nicht bekannt, was wirklich in dem Böhmermann-Gedicht stand."
80% Zustimmung und 20% "Shitstorm". Wenn er das ernst gemeint haben will, dann glaube ich fest daran, dass zumindest der "MdB und Rechtsanwalt" Detlev Seif nicht gut rechnen oder zĂ€hlen kann. Man sollte die Regeln fĂŒr die Zulassung zur passiven Wahl vielleicht doch um einen Intelligenztest erweitern - damit dem Deutschen Volk solche "Vertreter" erspart bleiben. Mich wundert nicht, dass einige AfD wĂ€hlen. Die andere Variante, dass er diese Zahlen (ich sage mal:) "ganz grob und phantasievoll herbeigeschĂ€tzt hat", ist auch nicht schmeichelhafter.

Doch Detlev Seif erzÀhlte munter weiter vom Fisch:
"Im Kontext habe ich es als Beispiel dargestellt, was man nicht tun sollte und was ĂŒberzogen ist."
und wollte so darstellen, dass sich sein Vortrag von dem Jan Böhmermanns stark unterscheidet.

Das ist auch der Fall:

Detlev Seif ratterte das Gedicht in einer Vortragsweise herunter, fĂŒr die es in der Schule wohl einen Vierer gegeben hĂ€tte. "Beschissene Intonation - versuchen Sie doch Ihr GlĂŒck als Ulbricht-Honecker-Imitator" wĂ€re wohl das Höflichste, was er sich bei "DSDS" hĂ€tte anhören mĂŒssen. Vor allem aber hat er was vergessen:

Auch Jan Böhmermann hat vor dem Gedicht, nach dem Gedicht und sogar mehrfach im Gedicht angehalten und gesagt, dass man das nicht sagen darf.

Wenn jetzt das MdB Detlev Seif sich also hinstellt und behauptet, dass er das Gedicht "als Beispiel dargestellt, was man nicht tun sollte und was ĂŒberzogen ist." und gar behauptet, er habe damit etwas anderes getan als Jan Böhmermann, dann ist er entweder ganz schlecht informiert und hat deswegen "Dummes Zeug geblubbert" oder aber er ist zumindest im Hinblick auf diese Aussage ganz einfach zu dĂ€mlich fĂŒr einen, den ich als Anwalt oder als Volkvertreter zu akzeptieren bereit bin!

Der Trittbrettfahrer Ralf "Dating-Portal" Höcker

Der (nicht nur) mir hinsichtlich seines Weltbildes und Könnens einigen (vielleicht sogar vielen) eher "zweifelhaft" (und mir "höchst unklug") erscheinende "Jurist" und "Professor" Ralf Höcker hat offenbar sogleich eine Gelegenheit gesehen sich einzuschmeicheln und bei Personen, die (auf Grund dummen, kriminellen oder höchst unmoralischen Handelns oder eben brauner Gesinnung) "völlig unvorhergesehen" in den Blickpunkt des öffentlichen Interesses geraten sind, ein wenig um deren Aufmerksamkeit und kĂŒnftige Mandate zu "betteln" hatte natĂŒrlich nichts an der im Bundestag vorgetragenen Version des "SchmĂ€hgedichts" auszusetzen:
"Die Rede ist rechtlich vollkommen in Ordnung und ein gutes Beispiel dafĂŒr, wie man schlimme Inhalte wiederholen kann, ohne selbst zu beleidigen"
blubberte er auf Facebook.

Da hat er aber seinem Mandant "Kim" Erdogan keinen Gefallen erwiesen. Denn wenn der Detlev Seif durch den Kontext "darf man nicht sagen" keine Beleidigung beging, dann trifft das fĂŒr den Vortrag des Jan Böhmermann, der sogar im Gedicht einhielt und noch sehr viel öfter als der Euskirchner Anwalt Detlev Seif mit den Worten "Das darf man nicht sagen" belehrte, noch viel mehr zu.

Unter diesem Umstand wĂŒnsche ich dem "Jurist" und "Professor" Ralf Höcker viel Spaß mit der "sofortigen Beschwerde" und am besten auch einer "Hauptsache" gegen Springer-Chef Matthias Döpfner. Das LG und OLG Köln sollte ihn zitieren und ihm aufschreiben, dass auch der Beitrag des Jan Böhmermann "rechtlich vollkommen in Ordnung und ein gutes Beispiel dafĂŒr ist, wie man schlimme Inhalte darstellen kann ohne zu beleidigen."

So kommt dann wenigstens was von den 3.000.000.000.000 Euro, welche die EU an die TĂŒrkei zahlt, nach Deutschland zurĂŒck. Gedacht war das zwar ganz anders - aber wenn unkluge Menschen blöd handeln, dann geht das eben so aus.

1 Kommentar:

Twitter hat gesagt…

Der Journalist Stephan Dörner berichtet auf Twitter folgendes ĂŒber die Kanzlei seiner Exzellenz und Hoheit Ralf Höcker zu Köln.

https://twitter.com/Doener/status/731482050469998592

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