10.03.2017

Recep Tayyip Erdo─čan ./. Jan B├Âhmermann:
Die besondere Logik der Simone K├Ąfer, Zensurkammer des LG Hamburg
Und ein Wort an meine "t├╝rkischen" Mitb├╝rger

Vorab: Ich glaube, wie (wohl) alle geistig auch einigerma├čen gesunden Leute in Deutschland und der T├╝rkei definitiv nicht, dass der t├╝rkische Pr├Ąsident Erdogan "Ziegen fickt". Auch nicht, dass er sowas getan hat oder tun wird. Ich glaube aber an die Meinungsfreiheit und an die Freiheit der Kunst.

Und ich glaube an das "Wort", welches "Im Anfang" der Sch├Âpfung war.
(Johannes I)
"Alles ist durch das Wort geworden
und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist."

Zur Sache:

Die Pressekammer des LG Hamburg ist seit Jahren ein fester Anlaufpunkt f├╝r Europas Kriminelle, die mal schnell Kritik zensiert wissen wollen weil sie sich durch diese in Ihrem "ehrlichen und ehrbaren" Handeln gest├Ârt sehen. Oder f├╝r linke Typen aus der Politik, die mit ungef├Ąrbter Haarpracht vom Bundeskanzleramt direkt zu den Obligarchen von Gazprom wechseln. Grund daf├╝r ist die besondere Zensurfreude. Fr├╝her von Richter Buske, jetzt der vorsitzenden Richterin Simone K├Ąfer. Das Gericht ist, obwohl es selbst den gr├Â├čten Unfug offensichtlich "denkfrei" durchwinkt, ├╝berlastet und ein wichtiger Punkt im Fremdenverkehrskonzept der Stadt der Hamburg. Frau Simone K├Ąfer wird wird jede Vorstellung, sie w├╝rde das Recht beugen, emp├Ârt von sich wei├čen. Ich kenne das genau so auch von anderen Richtern.

Die Sache Recep Tayyip Erdo─čan ./. Jan B├Âhmermann

So drang auch der T├╝rkische Pr├Ąsident Erdo─čan weit aus dem S├╝den in Deutschlands n├Ârdlichste Zensurkammer vor, die soweit "weg vom Schu├č" liegt, dass ich manchmal glaube, dass das Grundgesetz und das eine oder andere, seit der griechischen Antike (also weit s├╝dlich) verlegte Werk ├╝ber Logik dort (in Hamburg) noch nicht ausgeliefert wurde.

Herrn Erdo─čan Ansinnen:
Man d├╝rfe nicht sagen, dass er "Ziegen ficke".
Die beanstandete ├äu├čerung B├Âhmermanns lautete insgesamt wie folgt:
Man d├╝rfe nicht sagen, dass Herr Erdo─čan "Ziegen ficke".
Aha.

In der ersten und nicht letzten Instanz urteilte die Simone K├Ąfer, das mit dem "Ziegen ficken" gehe gar nicht.

Was Simone K├Ąfer dabei nicht bedachte:
Sie verbot zu sagen, dass man nicht sagen darf, dass der Herr Erdo─čan "Ziegen ficke".

Das ist jetzt merkw├╝rdig.

Jan B├Âhmermann geht jetzt in die zweite Instanz um durchzusetzen, dass man sagen darf, dass man nicht sagen darf, dass Herr Erdo─čan "Ziegen ficke". Man kann sagen, Jan B├Âhmermann k├Ąmpft f├╝r die Rechte Herrn Recep Tayyip Erdo─čan, des gew├Ąhlten Pr├Ąsidenten der T├╝rken.

Dazu folgende Nachrichten:

Die zweite Instanz ist das OLG Hamburg, also Richter Buske. Von dem ist nichts anderes zu erwarten als vom "Bock, den man - ohne das zu sollen - zum G├Ąrtner machte". Ich glaube also nicht nur an das Wort und die Logik, sondern auch daran, dass Richter Buske den Vorgang auch nicht begreift.

Die Meinung ist frei und Urteile der ehrenwerten Simone Sch├Ąfer und des oberehrenwerten Richters Buske gelten bei mir soviel wie die Werbung im Wurstblatt einer fremden Stadt.

Rolf Sch├Ąlike schreibt richtig:
"Die aberwitzigen Entscheidungen der Hamburger Zensurkammer haben oft keinen Bestand, werden jedoch h├Ąufig vom Hanseatischen Oberlandesgericht best├Ątigt und dann erst vom Bundesgerichtshof aufgehoben."

Die dritte Instanz ist dann also der BGH. Der sollte das schaffen. Falls nicht folgt das Verfassungsgericht und dann der Europ├Ąsche Gerichtshof f├╝r Menschenrechte. Zu dem habe ich sogar richtig viel Vertrauen: Die in Strasbourg  sollen n├Ąmlich sogar Griechen haben, welche die alten B├╝cher ├╝ber Logik l├Ąngst geliefert bekommen, dann gelesen, sogar begriffen haben.

Was ich von Simone K├Ąfer und Richter Buske ausdr├╝cklich nicht behaupte.

Was jetzt Herrn Erdogan betrifft:

Liebe T├╝rken in der T├╝rkei:

Ihr habt den Pr├Ąsident, den ihr gew├Ąhlt habt. Und zehntausende nicht kriminelle Leute in den Gef├Ąngnissen. Es ist Eure Wahl, ob Herr Recep Tayyip Erdo─čan so weiter machen darf und noch mehr Rechte erh├Ąlt.

Liebe T├╝rken in Deutschland:

Ihr lebt hier, viele von Euch haben schon eine Menge deutscher Macken angenommen und sind eigentlich nicht anders als die vielen "Kowalskis" deren Vorfahren einst aus Polen kamen um in deutschen Bergwerken zu schuften. Die h├Ąlt man heute f├╝r "Echte Deutsche". Sind sie auch und das ist Euer Weg. Selbst wenn Ihr das nicht wollt: Eure Nachkommen werden immer "deutscher". Und bei sehr vielen von den hier geborenen "T├╝rken" w├╝sste ich gar nicht aus welchem Grund diese keine Deutschen sein sollten. Ok, ok: Die saufen nicht. Das gef├Ąllt mir aber sehr besser als das besoffene Gelalle "deutschnationalen" Packs.

Aber was, au├čer dem formalen Gesetz, gibt Euch das Recht, den Pr├Ąsidenten derer zu bestimmen, die in der T├╝rkei leben? Und warum glauben so viele von Euch, die Ihr nach Deutschland gekommen seid, weil es Euch hier so gut geht, dass ein ganz anderes System mit einem "starken" Mann an der Spitze besser w├Ąre als unsere Form der Demokratie? Das hatten wir mit Hitler und wollen es weit ├╝berwiegend nicht noch einmal! Weil Deutschland danach kaputt war.

Glauben wirklich so viele von Euch, es sei eine gute Rache daf├╝r, dass viele von Euch von vielen Deutschen schlecht behandelt und nicht ernst genommen wurden, wenn Ihr jetzt einen derartigen Autokraten, der sich zu einem Diktator aufschwingt, die geforderte Macht gebt? Ist Euch nicht aus seinen Worten klar, dass Erdogan mit Kritik und Versagen gar nicht zu recht kommt und gebremst werden muss? Ist Euch nicht klar, dass Recep Tayyip Erdo─čan sich und seine Familie durch unerh├Ârte Korruption bereichert? Ist Euch nicht klar, dass Erdo─čan eine Familiendynastie nach nordkoreanischem Vorbild aufbaut? Ist Euch nicht klar wie viele Menschen Erdo─čan in Gef├Ąngnisse steckt? Ist Euch nicht klar, dass der Pr├Ąsident Erdo─čan Euch selbst in Deutschland nachspionieren l├Ąsst? Das inzwischen Euer eigener t├╝rkischer Nachbar der AKP-Spitzel ist, der Euch verr├Ąt, weshalb viele von Euch nicht mehr zu den Eltern oder Gro├čeltern d├╝rfen oder - wegen drohender Inhaftierung - nicht mehr k├Ânnen?

Warum wollt Ihr also einer Diktatur Erdo─čans zustimmen, unter der dann nicht etwa Ihr selbst - Ihr seid hier ja in Sicherheit - sondern vor allem Eure Landsleute in der T├╝rkei leiden werden?

Was - au├čer der Rache f├╝r die Schlechtbehandlung - f├Ąllt Euch also ein, hier in Deutschland eifrig t├╝rkische Fahnen zu schwingen und in weit gehender Unkenntnis der Lage in der vermeintlichen "Heimat" ├╝ber die Ordnung zu bestimmen, die in der T├╝rkei herrschen wird? Was f├Ąllt Euch ein, einen Herrn Erdo─čan zum Diktator zu erheben, der sich und seine Familie bereichert, schon jetzt rotzfrech und dreist seine Verwandten in hohe ├ämter hebt und, jedenfalls den eigenen ├äu├čerungen nach, an Verfolgungs├Ąngsten leidet, bei jedem, selbst dem kleinstem Widerspruch ├╝berall nur noch "Terroristen" sieht? Der v├Âllig durchgedreht und die Niederl├Ąnder(!) als "Faschisten" zu beschimpft?

Man muss sich schon selbst als minderwertig begreifen wenn man glaubt, durch die Wahl eines solchen "umzingelten" Typen zum Diktator endlich wieder Stolz empfinden und Anerkennung erlangen zu k├Ânnen.

Wenn ihr also einen nationalistischen, fahnenschwingenden, von Machtphantasien und Rachegef├╝hlen getriebenen Erdo─čan-Anh├Ąnger kennen solltet, dann sagt ihm, er m├Âge doch bitte nicht dumm sein und erst mal dar├╝ber nachdenken, welches Handeln welche Folgen haben wird.

Erdo─čan-Anh├Ąnger seid gewarnt! Auch der sich nicht weniger gro├čartig w├Ąhnende Hitler brachte bekanntlich so machen Mitstreiter um. Was ist ist mit Fethullah G├╝len, dem einstigen Mitstreiter Erdo─čans, der jetzt "Staatsfeind Nr. 1" ist und (als Islamist!) einen Putsch der traditionell kemalistischen, also sekul├Ąren Armee angezettelt haben soll? Erdo─čan bel├╝gt Euch! Die meisten Deutschen haben aus dem tausendj├Ąhrigen Reich und seinem schm├Ąhlichen Untergang gelernt, dass eine Diktatur - die Recep Tayyip Erdo─čan anstrebt - nicht der Hauptgewinn sondern "voll Schei├če" ist. Recep Tayyip Erdo─čan ist auch ganz ein ganz anderer Diktator als Mustafa Kemal Atat├╝rk, welcher den Fortschritt und nicht die eigene Bereicherung im Sinne hatte:
"Benim bir dinim yok ve bazen b├╝t├╝n dinlerin denizin dibini boylamas─▒n─▒ istiyorum. H├╝k├╝metini ayakta tutmak i├žin dini kullanmaya gerek duyanlar zay─▒f y├Âneticilerdir. ├édet├ó halk─▒ bir kapana k─▒st─▒r─▒rlar. Benim halk─▒m demokrasi ilkelerini, ger├že─čin emirlerini ve bilimin ├Â─čretilerini ├Â─črenecektir. Bat─▒l inan├žlardan vazge├žilmelidir. ─░steyen istedi─či gibi ibadet edebilir. Herkes kendi vicdan─▒n─▒n sesini dinler. Ama bu davran─▒┼č ne sa─čduyulu mant─▒kla ├želi┼čmeli ne de ba┼čkalar─▒n─▒n ├Âzg├╝rl├╝─č├╝ne kar┼č─▒ ├ž─▒kmas─▒na yol a├žmal─▒d─▒r."
(Mustafa Kemal Atat├╝rk)

Recep Tayyip Erdo─čan, dem zu einem "reis" vor allem Gr├Â├če fehlt, will aus niedrigen eigenen Interessen den T├╝rken den Fortschritt wieder nehmen und st├╝tzt sich dabei auf diejenigen, die nicht nachdenken k├Ânnen, nicht nachdenken wollen, jedenfalls nicht nachdenken. Er bringt der T├╝rkei nach einem Strohfeuer des Nationalstolzes den Niedergang.

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