07.10.2017

Katalonien, Kurdistan, ...
Oft zu lesende Behauptung der Illegalit├Ąt einer Abspaltung ist barer Unsinn!

Immer wieder lese ich, dass die Abspaltung Kataloniens von Spanien "illegal" und also "v├Âllig unm├Âglich" sei, weil die spanische Verfassung eine derartige Abspaltung verbiete. ├ähnlicher Unsinn ist aus dem Irak zu h├Âren. Dabei liegen die Dinge "etwas anders":
"Das Selbstbestimmungsrecht der V├Âlker ist eines der Grundrechte des V├Âlkerrechts. Es besagt, dass ein Volk das Recht hat, frei ├╝ber seinen politischen Status, seine Staats- und Regierungsform und seine wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung zu entscheiden. Dies schlie├čt seine Freiheit von Fremdherrschaft ein. Dieses Selbstbestimmungsrecht erm├Âglicht es einem Volk, eine Nation bzw. einen eigenen nationalen Staat zu bilden oder sich in freier Willensentscheidung einem anderen Staat anzuschlie├čen."
(Wikipedia: Selbstbestimmungsrecht der V├Âlker)
"Das V├Âlkerrecht (Lehn├╝bersetzung zu lateinisch ius gentium, deutsch ‚Recht der V├Âlker‘) ist eine ├╝berstaatliche, auch aus Prinzipien und Regeln bestehende Rechtsordnung, durch die die Beziehungen zwischen den V├Âlkerrechtssubjekten (meist Staaten) auf der Grundlage der Gleichrangigkeit geregelt werden."
(Wikipedia: V├Âlkerrecht)

So kurz wie grob: Das V├Âlkerrecht steht also ├╝ber nationalem Recht und erlaubt dass ein Volk frei ├╝ber seinen politischen Status entscheidet. Also auch, dass es selbst einen Staat bildet.

Das war es dann f├╝r die Journalisten, welche den Quatsch der Postkolonialisten einfach abschreiben, welche wiederum entgegen dem mehr oder weniger klaren Volkswillen die Abspaltung von V├Âlkern verbieten und die Ergebnisse fr├╝herer Kriege oder feudaler Herrschaften zementieren wollen. Im Falle Kurdistans ist das der erste Weltkrieg (nebst den Kolonialkriegen der vorangegangenen Jahrhunderte) in deren Ergebnis auch der nahe Osten (speziell das auch durch Kriege entstandene Osmanische Reich) auf ziemlich wirre Weise in neue Herrschaftsgebiete aufgespalten wurde - wodurch ziemlich irre Vielv├Âlkerstaaten entstanden. Vom ehemaligen Jugoslawien bis zum Irak sehen wir heute deshalb teilweise jahrzehntelang anhaltende Kriege. Eben diese nach dem 1. Weltkrieg durch die Kolonialisten geschlossenen "Friedensvertr├Ąge" und "Staatsgr├╝ndungen" (mit denen der Kuchen aufgeteilt wurde)  waren dann auch in Europa eine sehr wesentliche Grundlage f├╝r den 2. Weltkrieg. Im Falle Kataloniens war es die Herrschaft der Habsburger, sp├Ąter der Bourbonen und dann des Faschisten Franco durch welche auch in Europa ein Staat entstand, der sich ├╝ber V├Âlkergrenzen und den Wille der V├Âlker, eigene Gemeinschaften zu bilden, durch milit├Ąrische Macht hinwegsetzte. Das ist nicht mehr zeitgem├Ą├č.

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