13.04.2012

LG D├╝sseldorf, Az. 22 O 101/11: Euroweb erkl├Ąrt Klager├╝cknahme [Update]

"Fast freiwillig":
Es folgte das wohl typische Vorgehen von Euroweb: Mahnbescheid, Klage im Urkundenverfahren – das aus formalen Gr├╝nden problemlos gewonnen wurde – und Zwangsvollstreckung aus diesem Vorbehaltsurteil. Im notwendigen Nachverfahren wurden zum Vertragsgespr├Ąch nun die Zeugen geh├Ârt: die Ehefrau meines Mandanten und der Abschlussvertreter von Euroweb. Urspr├╝nglich waren beide Zeugen zugleich geladen, der Abschlussvertreter lie├č sich jedoch kurzfristig entschuldigen, weil er an einer firmeninternen Schulung teilnehmen m├╝sse. Er wurde in einem sp├Ąteren Termin vernommen – und sagte das Gegenteil der als Zeuge vernommenen Ehefrau.
Das erschien dem LG D├╝sseldorf dann doch zu seltsam und so beraumte es erneut Termin zur Zeugenvernehmung an und lud beide Zeugen erneut f├╝r eine Gegen├╝berstellung.
Im Ergebnis des heutigen Termins erkl├Ąrte der Kammervorsitzende, nach seiner vorl├Ąufigen Auffassung tendiere er dazu, meinem Mandanten und nicht dem Abschlussvertreter zu glauben, da sich dieser in erhebliche Widerspr├╝che verwickelt habe.
Dann die ├ťberraschung: der Vertreter von Euroweb erkl├Ąrte, auch er sehe die Aussage “seines” Zeugen kritisch – und nehme die Klage zur├╝ck.
... berichtet heute (13,4.2012) der Rechtsanwalt H├Ąnsch.

"Rechtsanwalt" Philipp Berger, Propagandaminister des Euroweb-Reiches und der Kronkolonie Webstyle GmbH schweigt hierzu.

Was zu erwarten war. Doch es f├Ąllt noch etwas auf. Ein "geschulter", l├╝gender Zeuge:
Urspr├╝nglich waren beide Zeugen zugleich geladen, der Abschlussvertreter lie├č sich jedoch kurzfristig entschuldigen, weil er an einer firmeninternen Schulung teilnehmen m├╝sse. Er wurde in einem sp├Ąteren Termin vernommen – und sagte das Gegenteil der als Zeuge vernommenen Ehefrau.
Das erschien dem LG D├╝sseldorf dann doch zu seltsam und so beraumte es erneut Termin zur Zeugenvernehmung an und lud beide Zeugen erneut f├╝r eine Gegen├╝berstellung.
Im Ergebnis des heutigen Termins erkl├Ąrte der Kammervorsitzende, nach seiner vorl├Ąufigen Auffassung tendiere er dazu, meinem Mandanten und nicht dem Abschlussvertreter zu glauben, da sich dieser in erhebliche Widerspr├╝che verwickelt habe.
Es ist schon verwunderlich, dass das Gericht diese Nummer ├╝berhaupt mitmachte:

Ein Zeuge der Kl├Ągerin, der sich entschuldigt weil er an einer "wichtigen Firmenschulung" (demnach der Kl├Ągerin!) teilnehme, w├Ąhrend sich die Anw├Ąlte der Kl├Ągerin erst einmal die Aussagen der gegnerischen Zeugen anh├Âren, diese analysieren und dem eigenen Zeuge dann die zu machenden Aussagen mitteilen (lassen). Immerhin geht es f├╝r den Zeuge ja um seine Abschlussprovision von mehr als 1000 Euro. Bei einem "Grundgehalt" von 800 Euro ist das f├╝r den eine Frage der Existenz. Deshalb hat er, das ist ganz klar, erst im Verkaufsgespr├Ąch und dann vor Gericht gelogen.

Dem LG D├╝sseldorf ist aus mehreren Verfahren bekannt, dass die Euroweb l├╝gt, "dass sich die Balken biegen". Das steht nicht w├Ârtlich, daf├╝r aber sinngem├Ą├č in erstaunlich vielen Urteilen. Statt sich also den hier erforderlichen "gelben Helm" aufzusetzen und ein solches Spiel gar nicht erst nicht mit zu spielen, haben die Richter es zugelassen, dass der "Zeuge" mit einiger Wahrscheinlichkeit f├╝r "seine" Aussagen "geimpft" wird und dann vorl├╝gt, was ihm bei der Vorbereitung als "seine" Aussage beigebracht wurde.

"Geht gar nicht!" - finde ich. In k├╝nftigen Sachen sollten die Anw├Ąlte der Euroweb-Gegner das gleich unterbinden.


Das Verfahren des Oberlandesgerichtes D├╝sseldorf, Az I-5 U 105/11 liefert wertvolle Hinweise darauf, welcher Art die Schulung wohl war und wieso der "Zeuge" der Euroweb das Gegenteil der Zeugin des "Partnerunternehmens" aussagte.

1 Kommentar:

. hat gesagt…

Ob die "firmeninterne Schulung" wom├Âglich das Thema "Zeugenaussage" hatte werden wir nie erfahren.

Aber wir d├╝rfen beliebig fest an das glauben, was wir dazu annehmen.

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