Bericht auf NTV.de:
„Trotz der massiven Angebotsausfälle von schätzungsweise zehn Millionen Barrel pro Tag ist der Ölpreis jedoch nicht so stark gestiegen, wie erwartet. Dies liegt den Analysten zufolge vor allem an einem weltweiten Nachfragerückgang. Die globale Ölnachfrage sei um etwa 4,4 Millionen Barrel pro Tag im Vergleich zum Vorjahr gesunken.“
Ich wollte erst schreiben, „der Markt funktioniert“ aber richtiger ist: „so funktioniert der Markt“, dennTatsache ist doch, dass sich der Ölpreis (also der für Benzin und Diesel) so stark erhöht hat, dass eben viele ihr Verhalten ändern: Insbesondere Kraftfahrzeuge werden öfter stehen gelassen, die um rund 10 - 15% höheren Ticketpreise für Inlandsflüge und solche innerhalb Europas wie auch nach Mittelamerika dürften auch für einen Rückgang bei den Flugbuchungen geführt haben.
Das Ende ist, wie die Wirtschaftwoche schreibt, aber noch nicht erreicht:
„Die weltweiten Ölvorräte schmelzen in Rekordtempo“, erklärte die IEA. „Angesichts der nach wie vor knappen Vorräte und der sich rasch erschöpfenden kommerziellen Lagerbestände könnten in den kommenden Monaten weitere Nachfragerückgänge erforderlich sein, um die Lücke zu schließen.“
Besonders schwer getroffen sind natürlich die Bevölkerungsschichten mit niedrigerem Einkommen, nicht „bis hin“ sondern „vor allem auch“ der unteren Mittelstand - und zwar weltweit.
Dabei dürften etliche Preisschocks noch bevorstehen: Denn wenn es stimmt, dass der Transport von Lebensmitteln in den USA etwa zu 30% an den Kosten für diese beteiligt ist, kann man sich leicht ausrechnen, was passieren wird: Dort hat sich der Dieselpreis, der fast die Hälfte der Transportkosten ausmacht, nämlich fast verdoppelt. Dazu kommen dann noch höhere Kosten für die Kühlung, den Diesel und insbesondere den energieaufwendigen Stickstoffdünger für die Landwirte. Im, hinsichtlich der Kaufkraft der Bevölkerung oft noch überbewerteten und auch deshalb teuren Deutschland, fällt der Anstieg prozentual etwas moderater aus, weil der Staatsanteil (Steuern und Abgaben), der hier Diesel und Benzin sehr teuer macht, auf die Menge und nicht den Ausgangspreis des Öls bezogen ist.
Das wird - als wieder bei den eher finanziell nicht begünstigten Bevölkerungsschichten zu erst - zu einer spürbaren Verarmung und einem Umdenken führen. Damit meine ich ausdrücklich auch: In Deutschland.
Verursacher ist US-Präsident Donald Trump, der sich unvorbereitet und planlos in einen Krieg stürzte, den er - jedenfalls so wie er ihn führte, ohne echte, taugliche Verbündete und mit einer Rüstungsindustrie im derzeitigen Modus - nicht gewinnen kann.
Man kann einen Staat, der 90 Millionen Einwohner hat und inzwischen seit Jahrzehnten gewaltig aufrüstet und sorgfältig plant, der sich Verbündete an nahe liegenden wichtigen Brennpunkten des Welthandels sichert, nicht mit ein paar Raketen und Bomben zu Fall bringen. Da wäre sehr viel mehr nötig gewesen. Und es ist naseweis davon auszugehen, dass der Iran das seit Jahrzehnten sorgfältig dorch Bündnisse (Hamas, Hisbolla, Huthi) aufgebaute (Erpressungs-)Potential nicht nutzt, um eine Antwort zu geben.
Dem hätte „vorgebaut“ werden müssen, insbesondere war und ist es „naseweis“ die Siuation im Jemen nicht zu klären - Das die Huthi die Küste und die Hanisch-Inseln in Roten Meer besetzen konnten ist einfach eine böse Blamage durch Unterlassung der Installation entsprechender Verteidigung. Da hätten die Verbündeten der USA, also Saudi-Arabien vorsorgen müssen, denn schließlich hat Saudi-Arabien dort auch ein hohes Intereresse an der Sicherung des freien Handels. Hier zeigt sich in besonderm Maße das Problem: Der Prinzenstaat ist offenbar gut damit beschäftigt, tanzend mit mittelalterlichen Schwertern zu fuchteln:
„Sie verfügen durch dieses Netzwerk von bewaffneten Stellvertretergruppen des Irans über dessen Waffensysteme neuester Bauart. Dazu zählen Lang- und Mittelstreckenraketen, Antischiffsraketen, Kampfdrohnen, Unterwasser-Kampfdrohnen, Schwimmdrohnen, Schnellboote und Seeminen sowie von der regulären jemenitischen Armee eroberte schwere Artilleriewaffen und Panzer.“
Wikipedia: Huthi
Man hätte bei dieser Aufrüstung nicht zusehen dürfen oder darauf sehen müssen, wie man die Huthi als Volk von den radikalen Irren trennt. Jetzt wird es, auch wegen des MAGA-Wahns der Trumpisten, teuer und in einer Welt des ebenfalls angestrebten Wirtschaftliberalismus sind es immer die ärmeren und die untere Mittellschicht bei welchen die Rechnung ankommt.
Übrigens wurde und wird Donald Trump nebst der MAGA-Bewegung von der AfD als großes Vorbild wahrgenommen. Der schafft durch den ohne wirkliche Vorbereitung und offensichtlich „strategiefrei“ begonnenen Krieg aber mehr und größere Probleme als er löst, darunter auch das der Preise für Öl, Diesel, Sprit und Dünger. Weshalb die AfD nun peinlich über ihn schweigt.
„Im Wahlkampf des AfD-Manns Ulrich Siegmund in Sachsen-Anhalt war zuletzt unübersehbar, dass die AfD Methoden von Trumps MAGA-Bewegung kopiert, ihre Narrative übernimmt. Etwa wenn Siegmund die Unabhängigkeit der Justiz anzweifelte. Wenn er vor Manipulationen der Wahl warnte. Und wenn er ein Deutschland von früher beschwor, ein angeblich gutes, sicheres Land, ohne die Zumutungen der Moderne. Das MAGA-Playbook war Teil des AfD-Erfolgs in Sachsen-Anhalt.“
(Spiegel)
P.S.: Sollten manchen die Kartoffeln aus Sachsen-Anhalt in diesem Jahr als „klein“ vorkommen: Die sind riesig im Verhältnis zu dem, was der von großen Teilen der AfD bestrittene, menschengemachte Klimawandel in den nächsten Jahren hervorbringen wird. In dem Sinne ist es vielleicht sogar gut, dass Donald Trumps fehlgeschlagener Aktionismus die Preise Öl, Diesel, Sprit hochtreibt...
Tja. Millionen Fliegen können nicht irren: „Scheiße schmeckt gut“.







