31.01.2025

Art. 38 Grundgesetz: Abgeordnete sind nur ihrem Gewissen unterworfen, Bundestagswahl.

Update: Mehrere Bundestagsabgeordnete der CDU haben ihre Verantwortung aus Art. 38 Absatz 1 GG wahr genommen und gegen den Vorschlag der eigenen Partei gestimmt sich löblich einer Stimmabgabe enthalten löblich nicht abgestimmt. (Es gibt einen Unterschied zur expliziten Enthaltung.) Das unten besprocheneZustrombegrenzungsgesetz“ scheiterte im Bundestag. Ich wĂŒsste aber nichts davon, dass Abgeordnete hier mitlesen. Nur ein Wahlkandidat. Und der auch nur vielleicht.

Artikel:

Zur Zeit wird ja wild diskutiert, was denn da los wĂ€re im Bundestag. Ich reise viel, esse gerne mal von den  Tellern der Köche anderer LĂ€nder und finde, Grenzkontrollen innerhalb Europas sind „total bĂ€h“ und das „Zustrombegrenzungsgesetz“ ist eben wegen der, Europa und also EuropĂ€er entzweienden Grenzkontrollen keine gute Idee - ĂŒbrigens auch nicht notwendig, weil die Probleme - und die bitteren AnlĂ€sse, also die TerroranschlĂ€ge von Geisteskranken (diesmal von Asylantragstellern mit zweifelhaftem oder zu verwerfenden, sogar verworfenen Asylanspruch) - allesamt durch eine unfassbare „Schnarchnasigkeit“ von Behörden und Justiz, welche im Ergebnis durch Nichts- oder zu-spĂ€t-Tun gemeinsam verhindern, dass Straftaten verhindert und schnell geahndet werden) verursacht oder mindestens begĂŒnstig wurden. Wer unter Anwendung einer Waffe oder „unter Drogen stehend“ oder um sich „Drogen“ zu beschaffen eine Straftat begeht sollte nicht nach wenigen Stunden nach Hause gehen! Wenn eine solche Person gefasst wurde gehört diese sofort in U-Haft, psychiatrisch auf GefĂ€hrlichkeit untersucht und dann - zum Schutz der Gesellschaft schnell zu einer Haftstrafe - und nicht etwa auf „BewĂ€hrung“, geschweige denn zu einer Geldstrafe - verurteilt!

Andere denken „Boah! Grenzen einfach zu!“ (was, wie ich oben begrĂŒndet denke, die wahre Ursache nicht angeht, keines der Probleme wirklich löst) - aber es geht ja nicht nach meiner Pfeife. Wir haben eine Demokratie und da zĂ€hlen Mehrheiten:

Wenn also ein Entschließungs- oder ein Gesetzesvorschlag eine Mehrheit unter den den, an an AuftrĂ€ge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfenen Abgeordneten hat, dann ist das halt so!

Grundgesetz, Artikel 38

(1) Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewÀhlt. Sie sind Vertreter des ganzen Volkes, an AuftrÀge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen.

Womöglich sollte man sich daran erinnern, wenn man eine Brandmauer gegen die AfD errichten will.  Denn es geht ja nicht um die AfD an sich - sondern um deren höchst krude Ideen und Ideologien. 

Schließlich und letztendlich besagt das Grundgesetz ganz klar, dass nicht die Fraktionen oder Parteien sondern die Abgeordneten abstimmen. TatsĂ€chlich aber - und das war jahrzehntelang „Usus“ stimmen die Fraktionen geschlossen ab - was ich fĂŒr falsch halte, wie das nachfolgende Rechenbeispiel zeigt.

Ein Parlament habe der Einfachheit halber genau 100 Abgeordnete, die sich wie folgt auf vier Parteien verteilen:

P1: 35

P2: 25

P3: 18

P4: 22

Ein Gesetzesvorschlag wird diskutiert. Nach ihrem eigenem Gewissen sind die Abgeordneten wie folgt dafĂŒr (erste Zahl) oder dagegen:

P1: 25:10

P2: 20:5

P3: 1:17

P4: 2:20

Die Abstimmung nach Gewissen ergĂ€be:  

48 Abgeordnete dafĂŒr, 52 dagegen. Gesetzesvorschlag mehrheitlich abgelehnt.

Die Abstimmung gemĂ€ĂŸ dem Fraktionszwang ergĂ€be:  

60 Abgeordnete dafĂŒr, 40 dagegen. Gesetzesvorschlag mehrheitlich angenommen.

Mein Fazit:

Ich halte den Fraktionszwang, der zu Abstimmungsergebnissen fĂŒhrt, die nicht mit der tatsĂ€chlichen Auffassung der Abgeordneten ĂŒbereinstimmen - der aber auch in der AfD „Usus“ ist - fĂŒr absolut grundrechtswidrig. Der Fraktionszwang ist nach meiner Ansicht ist ein solcher Auftrag, sogar ein Zwang, an den Abgeordnete laut Grundgesetz also gerade nicht gebunden sein sollen.

Und was neulich im Bundestag zu sehen war wird auch mit diesem Beitrag geschehen: Ich werde es erdulden mĂŒssen, dass mir Leute zustimmen, mit denen ich eigentlich nichts gemein haben will. Ebenso werden politische Freunde mir nicht zustimmen. Ich halte das aus.

Bundestagswahl:

Was nun die anstehende Bundestagswahl  betrifft werde ich mich als WĂ€hler an mein Gewissen und meine Interessen halten. 

  1. Die Ukraine im Kampf gegen den russischen Aggressor nicht oder nur begrenzt zu unterstĂŒtzen „geht gar nicht“. Denn das lĂ€sst zu, dass das Deutschland und Europa feindlich und feindseelig gegenĂŒberstehende Russland nĂ€her an unsere Grenze rĂŒckt. Damit sind AfD, SPD (unter Scholz) , die Linke und das BSW fĂŒr mich „raus“.
  2. Die Wirtschaft in BĂŒrokratie zu ersticken geht auch nicht. Es kann auch nicht sein und ist erstickend, dass z.B. Bauprojekte Jahre, manchmal Jahrzehnte auf Fortschritte bei BĂŒrokratie und Verwaltung warten.
  3. Im Hinblick auf 2. gilt: Mehr persönliche Eigenverantwortung und einen a) ĂŒberhaupt und b) hĂ€rter zugreifenden Staat,  wenn diese nicht angemessen wahr genommen wird, ist nötig - was sich bei der Cum-Ex-Affaire und in dieser hinsichtlich der Warburg-Bank  deutlich zeigte. Kanzler Scholz weiß genau was ich meine.
  4. Nur die „Armen“ zu belasten und die „oberen zehntausend“ zu entlasten geht auch nicht. (AfD , FDP, CDU/CSU)
  5. Das eine Partei quasi eine Kontrollinstanz fĂŒr den Umweltschutz ist, finde ich gut und wichtig.
  6. Bezahlbare Mieten und eine Mindestrente braucht es - im Hinblick auf der jetzt in Rente gehenden „Boomer“ auch. Das Problem zu lösen hat viel mit Punkten 2, 3 zu tun.
  7. Ich will ein starkes Europa mit einer starken europĂ€ischen IdentitĂ€t, fĂŒhle mich als EuropĂ€er, ebenso als Bio-Deutscher und als „Geburtssachse“.
  8. Die Deindustrialisierung muss aufgehalten werden. Wenn wir EuropĂ€er und Deutschen also schon wegen dieses beschissenen Moskauer Verbrechers namens „Putler“ aufrĂŒsten und im eigenen Interesse, nĂ€mlich unseren eigenen Arsch zu „safen“, die Ukraine unterstĂŒtzen mĂŒssen, dann sollte das durch eine Industrie geschehen, die ihre Steuern in Deutschland oder Europa aber nicht in den USA oder auf dem Kayman-Inseln zahlt.
  9. Ich will eine Regierung, die weniger blahfaselt und verspricht, aber mehr - und das schneller macht. Es kann doch nicht sein, das nach 3 Jahren Krieg in der Ukraine einerseits die deutsche und europĂ€ische Verteidigungsindustie nicht bedeutend gewachsen ist und dass irre Leute mitten in Deutschland Russlandfahnen schwenken. Die sollte man „remigrieren“.
  10. Dazu gehört auch, Deutschland und Europa bei der Energieerzeugung unabhĂ€ngiger zu werden. Nichts da mit „billig Öl und Gas aus Russland“ - Das löst kein Problem sondern schafft AbhĂ€ngigkeiten zu einen uns feindlich gesonnenen Land, die niemand will, der sein Gehirn nur mit sich herumtrĂ€gt. Wenn dazu - fĂŒr Investitionen in Erzeugung und Durchleitung - Geld in die Hand genommen werden muss ist es auch richtig, das durch Kredite zu finanzieren. Das macht auch die Wirtschaft nicht anders.
  11. Wenn man hingeht und durch eine Steuer auf Kohlendioxid dessen „Erzeugung“ vermindern will ist das im Hinblick auf KlimaerwĂ€rmung richtig. Dann muss es aber auch richtig sein, diese Steuer temporĂ€r zu veringern, wenn durch Ă€ußere EinflĂŒsse (Putins Scheißkrieg in der Ukraine) die Energiepreise (fĂŒr Öl, Gas und damit auch Strom) steigen. Denn das Ziel wird ja auch so erreicht. Die Steuer aufrecht zu erhalten bedeutet lediglich mehr Einnahmen fĂŒr den Staat und zwar zum spĂŒrbaren Nachteil der unteren 99%. Einen guten Teil davon treibt man durch die Beibehaltung in die FĂ€nge von Spinnern welche die KlimaerwĂ€rmung bestreiten, also der AfD, aber eben auch BSW.
  12. Zu sagen, „Es gibt Probleme, wir mĂŒssen was tun.“ ist falsch wenn es dabei bleibt („merkeln“).  Es ist zwar populistisch aber im Hinblick auf Wahlergebnisse gar nicht so falsch, wenn man einen charismatischen Kanzlerkandidat oder eine charismatische Kanzlerkandidatin hat, die oder der sich hinstellt und so stringent wie auch mal laut sagt „So, so und so machen wird das jetzt! Das ist Richtig und im Interesse des Volkes weil es dieses und jenes Problem löst. Versammelt Euch hinter mir, dann ziehen wir das auch durch!“ - Und es durchziehen kann. Wozu er spĂ€ter freilich die UnterstĂŒtzung der Mehrheit des Volkes und der Abgeordneten braucht. Siehe oben.



 

 

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