17.01.2026

DHL - Warum Dein Paket trotz Ankündigung doch nicht „heute“ kommt

 

Sicher haben sich schon sehr viele gefragt, wieso DHL eigentlich immer wieder per EMail ankündigt, dass man heute ein Paket zustelle, welches dann tatsächlich tagelang nicht kommt. Der Grund ist offenbar, dass die Nachricht verschickt wird, wenn die Pakete dem Zusteller auf das Band gelegt werden - wie hier die 649 Pakete, von denen dann nur 240 ins Auto gepasst haben.

Solche Mengen sind definitiv nicht zu schaffen und die Softwarearchitekten (wie auch die DHL) sind wohl „grob grundlos hoffnungsfroh“ - sonst hätten die eine Plausibilitätsprüfung eingebaut.

Denn: 

  1. Immerhin haben die „Postkutschen“ nämlich 3,5 Tonnen (Gesamtgewicht) - 2,5 Tonnen (Fahrzeugmasse mit Fahrer und Betriebsflüssigkeiten und Zubehör) also nur ~ 1 Tonne zulässige Ladung. Das bedeudet, ein Paket darf im Durchschnitt kaum mehr als 1,5 kg wiegen. Übrigens wiegt DHL die Pakete, die Server kennen also das Gewicht - und ich habe eine ganz böse Vermutung, warum diese Daten nicht in der „App“ addiert und für den Fahrer sichtbar werden.
  2. Ein Arbeitstag hat zudem nur 480 Minuten.  Bei 649 Paketen in 8 Stunden wäre für jedes Paket ein Aufwand von unter 45 Sekunden geplant... Das ist offensichtlich nicht machbar. Zudem müssten die Empfänger auch parat stehen und z.B. nicht erst 4 Treppen runterlaufen. Dazu kommt übrigens noch die Anfahrt vom Depot zum Tourgebiet und visa versa. Die liegt oft bei 30km ist zweimal zu fahren. Macht dann  649 Paketen in 7 Stunden. 
  3. Hinzu kommt das Raummaß: Der Laderaum selbst der größten Postkutschen ist ca. 4m lang, 2m breit, 2m hoch. Und der müsste leer sein (was er nicht ist), damit man diesen perfekt zustapeln kann - wenn denn die Pakete wie Ziegel eine dafür geeignete Einheitsgröße hätten - was nicht der Fall ist. Benötigt wird noch ein Gang. Macht etwa einen theoretische Zuladungsraum von 4m*1m*2m, also 6m³ oder eben 6000 Liter, also bei 649 Paketen nur 9,2 Liter pro Paket. Jeder weiß: Das ist weniger als ein Wassereimer. Realistisch ist also auch das nicht. Übrigens vermisst DHL die Pakete automatisch und kennt also deren Maße...
Einer der Geschäftsführer der DHL soll mal zeigen, wie er einen solchen Transporter in 8 Stunden mit 649 Paketen belädt und diese scannt, sodann 320 mal aussteigt, jeweils zwei Pakete raussucht, dieses scannt, jemanden aus den Büros herausklingelt, der unterschreibt. Bei einer Ablieferung an der Packstation reichen die 45 Sekunden auf Grund der zu leistenden Tätigkeiten (Paket raussuchen, scannen, ins richtige Fach der Packstation legen...) übrigens auch nicht.

Bild und Daten aus einer Disskussion bei Reddit. Die Fahrzeugdaten kenne ich aus eigener Anschauung. Für die Berechnungen ist nur Hauptschulniveau erforderlich.

P.S.:  Ich behaupte nichts über andere Paketdienste. Weder besseres noch übleres.

  

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