„Kauf einfach nie beim Spammer!“ - das ist ein „eherner“ und guter Grundsatz. Seit einiger Zeit bekomme längst nicht nur ich immer mal wieder Mails in den Spamordner, die von einem Insolvenzverwalter stammen sollen. Interessant: Die angeblichen Insolvenzverwalter wechseln aller paar Monate. Ein aktuelles Mail hat das Subjekt „K&P Insolvenzverwaltung: Aktueller Verwertungskatalog & Assets aus Juli“
Dieses Mal sind u.a. Goldbarren im Angebot:
Dieses „tolle Angebot“ beweist mir schon, dass es sich hier um Betrug handelt.
Die Goldbarren, gäbe es diese und wären diese echt, könnte der angebliche Insolvenzverwalter jederzeit einfach, schnell und bequem bei einer Bank oder einem seriösen Goldhändler loswerden: In etwa zum doppelten Preis, denn aktuell kostet ein Kilogramm 999er Feingold nicht 65.000,00 sondern 112.695,76 EUR. Und der Insolvenzverwalter, gäbe es diesen und wäre er echt, müsste die Interessen der Gläubiger und in deren Interesse auch das Vermögen des Insolventen natürlich schützen, darf es nicht verschleudern. Was er aber täte, wenn er tatsächlich die Goldbarren im „Freihandverkauf“ zum halben Preis verschenkt. Der Insolvenzverwalter haftet selbst „bis zum letzten Knopf“ und würde sich mit dem Angebot sogar wegen Untreue strafbar machen. Was wieder ausschließt, dass es sich um etwas anderes als Betrug handelt.
- In diesem Zusammenhang ist interessant was da noch so angeboten wird: Traktoren, Landmaschinen, andere landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge, teure Uhren und Sportwagen. Offenbar denken die Betrüger, Landwirte seien „reich, dumm und besonders leicht zu betrügen“. Mein Kommentar: „Haha. Die haben wohl zu viele Bauernwitze gehört.“
Schauen wir mal nach dem angeblichen Insolvenzverwalter. Der wird so beworben:
Ich habe weiter nachgeschaut:
Die auf der Webseite genannten Partner der Kanzkei
- „Rechtsanwalt“ Hugo Karls (Partner)
- „Rechtsanwältin“ Dr. Marlene Vossberg (Partner)
- „Rechtsanwalt“ Tobias Renner (Partner)
finde ich nicht im bundesweiten Anwaltsverzeichnis. Das müsste ich aber, weil die als „Partner“ Mitglied der Rechtsanwaltskammer und zugelassen sein müssten.
Es gibt also diese „Rechtsanwälte“ nicht. Die Kanzlei soll „seit 18 Jahren“ tätig sein, wofür die gezeigten Bilder (wohl KI) zu junge Menschen zeigen, die beworbene Domain „rechtskanzlei-karls.de“ ist laut whois-Daten erst am 26. Juni 2026 um 14:34 deutscher Sommerzeit registriert worden und die Namensauflösung erfolgt zu einer IP 77.73.70.248 - die wieder zu einem russischen Hoster gehört.
Übrigens: Der „Fake-Shop-Finder“ hat einiges davon auch schon herausgefunden.
Ich überlege wegen des „Russlandbezugs“ gerade, welcher bekannte deutsche Kriminelle und „ Chief Operating Officer“ sich aktuell in Russland aufhält. Aber schon dort ist längst nicht nur einer von dieser Sorte „ehrenwerter Bürger“ und es könnte auch einer oder eine sein, der oder die sich z.B. in Serbien, Albanien, Bosnien, Nordmazedonien, in der Türkei, in der Schweiz oder auf der ebenfalls zu den Hotspots der deutschen oder russischen, teils deutsch-russischen Betrügerszene gehördenden Insel Zypern befindet und gern „Callcenter“ betreibt, die Omas und Opas anrufen und über Verkehrsunfälle der Enkel berichten. Auf „Malle“ findet man indes eher solche, die ihre Strafe verbüst aber das ertrogene Vermögen (teilweise) vor der Abschöpfung und Regressen gerettet haben, denn Spanien kooperiert mit der deutschen Justiz. „Aktive“ machen dort übrigens eher und ganz klassisch „in Immobilien“.


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