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12.03.2025

Trauerfall in Siena und Mountain View

„Magna Grecia“ (Ausschnitt auf Google Maps)

Vor 6 Jahren stießen wir bei dem Versuch, den Sommer durch frühes „Hochschubsen“ drastisch zu verlängern, genauer der etappenweisen Rückreise von der „Magna Grecia“ (u.a. via Pompeij, Rom und einer Anzahl recht hübscher Seen) in einem Außenbezirk des sonst recht teuren Siena auf ein nettes, kleines Lokal mit - jedenfalls für einen Touristenhotspot - erstaunlich günstigen Preisen und leckerem Essen:

Google (Mountain View) schreibt mir heute:

Deine Rezension wurde nicht veröffentlicht

Hintergrund

Vielen Dank für deinen Beitrag! Diesen können wir derzeit leider nicht veröffentlichen. In diesem Fall gibt es nicht unbedingt ein Problem mit deinem Inhalt. Dein Inhalt konnte nicht veröffentlicht werden, weil der Ort, zu dem du diesen gepostet hast, aus Google Maps entfernt wurde. 

Hm. Ich sag mal „Textbausteine und deren Zuordnung zu den Fakten“. Die Rezension war übrigens veröffentlicht und wurde also tatsächlich depubliziert, der Text in der Benachrichtigung ist verwirrend unrichtig. Klar ist natürlich, dass es keinen Sinn hat, eine Bewertung für ein geschlossenes Restaurant weiterhin zu veröffentlichen.

Jetzt können sich meine Leser Gedanken über die Überschrift machen. 

Ach so.

Ich habe den ehemaligen Standort des Restaurants (das Gebäude südöstlich der SS73) bei Google Maps wieder gefunden:


 

28.01.2024

„Deutschland-Geschwindigkeit“: Die Autobahnbrücke Rahmede

Italien:

Am 3. August 2020 wurde die neue San-Giorgio-Brücke (1067 Meter lang, 45 Meter hoch) in Genua eröffnet. Sie ersetzt die im August 2018 eingestürzte Morandi-Brücke. 

Deutschland:

Die Autobahnbrücke Rahmede an der A45 bei Lüdenscheid (453 Meter lang, 75 Meter hoch) wurde - nachdem deren Sanierungsbedürftigkeit mindestens ein Jahrzehnt lang bekannt war (Das Bauwerk erhielt bei der Brückenhauptprüfung 2011 eine Zustandsnote 3,0  - „nicht ausreichend“) - Ende 2021 und übrigens nur zufällig vor einem Zusammenbruch gesperrt und im Mai 2023 gesprengt. Ab Mitte 2026 soll der Verkehr dort an der A45 auf je zwei verengten Fahrspuren in beiden Richtungen wieder rollen, Ende 2027 soll dann die Brücke komplett fertig sein. 

Statt die Brücke rechtzeitig zu sanieren oder zu ersetzen wurden auch nach 2011 und vor 2021 aus bürokratischen Gründen (unzureichenden Planungen, Erhaltung des Baurechts) oder auch nur wegen des politischen Prestiges Bauwerke errichtet (z.B. Soda-Brücken, aber auch Straßen und anderes), die jahrzehntelang ungenutzt herumstehen und sodann vielleicht - nach einer Sanierung oder nach einem Umbau, die/der teurer kommt als der Neubau dieser Bauwerke es war - (oft nur teilweise oder als „Grünbrücke” u[n,m]genutzt) in Betrieb genommen werden. Während solche Bauwerke also „für teuer Geld“ gammeln geht auf den Umleitungen der A45 wegen der Belastungen durch den umgeleiteten Verkehr Brücke für Brücke „den Bach runter“ und den Bürgern dieses Landes - die mit ihren Steuern, Abgaben und Gebühren für die Infrastruktur zahlen - werden horrende Kosten durch vorliegend krasse Umwege und Umleitungen in Umleitungen über teils schon zuvor überlastete Strecken und also Staus zugemutet. 

Und niemand - insbesondere kein Verkehrsminister - ist daran Schuld, geschweige denn haftbar.

„Deutschland-Geschwindigkeit Trantütigkeit“

In Deutschland braucht man für ein vergleichbares Bauwerk also drei Mal so lang wie in Italien. Ob nun wirklich 2026 eine Hälfte der Brücke in Betrieb geht und ob die ganze Brücke wirklich 2027 fertig sein wird, steht in den Sternen. Denn bevor der erste Bagger anrollt muss eine enorme Menge Widerstände - alle höchst bürokratischer Natur - überwunden  werden.  Und jeder einzelne eröffnet einen Klageweg für rücksichtlose Unzufriedene jeglicher Couleur. Der dann Jahre oder gar jahrzehntelang durch die Instanzen verschleppt wird. Und bei dem es - selbst wenn Umweltschutz der angebliche Klagegrund sein soll - letztendlich und also tatsächlich um Geld geht.

Im Zweifelsfall  kann nämlich eine Firma die Fertigstellung aufhalten, in dem diese bis zum Bundesverwesungsgericht Bundesverwaltungsgericht z.B. dagegen klagt, bei der Ausschreibung zur Montage von Verkehrschildern benachteiligt worden zu sein. Ebenso führt die gewohnheitsmäßige Verantwortungsdelegierung mit dem Ziel einer „Nichtverantwortlichkeit“ also Verantwortungslosigkeit innerhalb der teutogermanischen Bürokratie dazu, dass am Bau dieser (wie jeder anderen Brücke) wesentlich mehr Häuptlinge als Indianer (Bürokraten als Arbeiter) beteiligt sind. Und diese Schreibtischhelden brauchen sodann auch noch ein Mehrfaches der Zeit dafür, ihre Entscheidungen auf andere abzuwälzen, als dafür, anhand von Tatsachen und Gesetzen zu entscheiden: Genau das ist die Ursache der „Deutschland-Geschwindigkeit Trantütigkeit“.

Ein anderer Grund hierfür ist, dass es in Deutschland einerseits kein Problem ist, die Rechte - und den Rechtsweg und für „kleine Bürger“ (übrigens sowohl Tatopfern als auch Angeklagten) durch „Beschleunigungs-Gesetze“ zu beschneiden, andererseits fast jeder andere Prozess zur Schaffung neuer Gesetze wie eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Rechtsanwälte aussieht. Und wenn es um deren Geld geht hört beim Gesetzgeber (dem Parlament) der Spaß auf. Besteht dieses „Spiegelbild der Gesellschaft“  doch zu einem merkwürdig großen Teil aus Staats-„Dienern“ und Juristen und inzwischen wohl auch aus Personen, die schon in der X. Generation vom Staat teuer alimentiert „Verantwortung tragen“ - genauer: versagen und die Verantwortung von sich weisen. Was übrigens eine gewisse Ähnlichkeit zu manchen Bürgergeldempfängern aufzeigt - die aber (anders als die Schreibtisch-Häuptlinge) „sanktioniert“ werden.

Nachtrag:

Nein. Die AfD löst das Problem nicht. Dazu braucht es einen Konsens wie in den Nachkriegjahren, keine Spalter und vor allem keine sich um Pfründe streitende Neu-Nazis.


23.07.2022

Warum Deutschland wirklich „im Arsch“ ist:
Bürokratie ist schlimmer als in der DDR!
Warum Deutschland gar keine Waffen an die Ukraine liefern kann.

Soeben las ich einen Artikel bei N-TV. Dort heisst es

„Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr - das Kürzel lautet BAAINBw - hat eine Ausschreibung für Vorhängeschlösser gestartet.“

und: 

„Die Fortschrittskoalition hat versprochen: Überflüssige Bürokratie werden wir abbauen.“

Worum es geht:

Eine Ausschreibung des Ungetüms „Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr“, Abkürzung ist „BAAINBw“, über „bis zu 107.399 Schlösser". Einfache Bügelschlösser übrigens mit je mindestens 2 Schlüsseln.

Im Baumarkt um die Ecke kostet sowas 7 Euro. Wir reden also über einen Rahmenvertrag für Güter mit einem Einkaufswert von unter 1 Mio Euro. Geliefert werden soll an eine ganze Reihe von Organisationen des Bundes, so z.B. an das  Zollfahndungsamt Stuttgart und die Otto-von-Bismarck-Stiftung. 

Dafür soll ein Lieferant 55 (fünfundfünfzig)  PDF-Dateien herunterladen, die nicht etwa jeweils nur  aus einer Seite A4 - sondern aberdutzenden dutzenden - bestehen und es sind höchst kleinliche Anforderungen formuliert, dies in einer Fremdsprache namens „Staatsidiotendeutsch“. Dafür wurden auch lustige Zeichnungen angefertigt. Wer sich an der Ausschreibung beteiligen möchte braucht ganze Stäbe an Rechtsanwälten, Ingenieuren und Übersetzern welche diese besonders krude Sprache verstehen. 

Das „Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr“, die „Abkürzung“ ist „BAAINBw“ hat über 10.000 Mitarbeiter. Die haben wohl mit viel Liebe zum Beruf also hunderte Dienstellen und sogar die Otto-von-Bismarck-Stiftung befragt, wie viele Schlösse diese denn mindestens und höchsten benötigen (und damit auch dort einen ungeheuren bürokratischen Aufwand ausgelöst, denn es mussten hierfür bestimmt auch etliche Formulare und Erklärungen ausgefüllt, juristisch geprüft und unterschrieben werden). Ich schätze mal, von den den angeschriebenen Dienststellen haben viele - wenn überhaupt - einen Bedarf von etwa 10 Vorhängeschlössern im Jahr...

Sinn der Papierwulst?

Es wird behauptet, dass durch die Ausschreibungen die Qualität hoch und der Preis niedrig gehalten wird. Dabei ist das ganze Verfahren genau dafür nicht geeignet. So werden in der Ausschreibung 2 (zwei) Schlüssel pro Schloss gefordert. Manche brauchen aber vier, manche sind froh, wenn sie vier , vierzig oder mehr Schlösser kaufen können, zu denen ein und derselbe Schlüssel in meinetwegen 8 Ausfertigungen passt, manche brauchen ein Schloss mit langem Bügel oder schmalerem Bügel...

Papierwulst folgt auf Papierwulst

Nach der Ausschreibung folgen dann die Klagen der nicht berücksichtigen Wettbewerber. Dazu werden alsdann ganze Lastwagenladungen an Dokumenten zu den Verwaltungsgerichten, Berufungs- und Höchstinstanzen gekarrt. Und, im Wege der Akteneinsicht, außerdem noch zwischen den Gerichten und Parteien hin- und her kariolt.

Kosten der Verfahren? Millionen! Dauer? Jahre! Warum bleibt der Scheiß?

Dieses Klagerecht kann man angeblich - anders die Rechte von Angeklagten im Strafprozess - nicht beschneiden. Angeblich. In CDU, CSU, FDP, SPD und bei den Grünen(¹) finden sich nämlich Unternehmer, Unternehmensberater, Empfänger von Honoraren und natürlich Rechtsanwälte, die an den teuren Verfahren ein eigenes, erhebliches pekunäres Interesse haben. Ein solches pekunäres Interesse ist nur dann „niedrig“ wenn sich eine hungrige Person am Supermarktmüll bedient. Bedient sich ein gut alimentiertes Mitglied der Nomenklatura dieser staatstragenden Parteien ist das natürlich niemals „niedrig“, Betrug oder Korruption. 

Überflüssige Bürokratie?

Klar ist das völlig überflüssig. Wenn ein Handwerksbetrieb ein Vorhängeschloss braucht, dann schickt der Chef jemanden in den Baumarkt (oder schaut in den Onlinekatalog) , der sich die Schlösser ansieht und eine Kaufentscheidung trifft. Oder, wenn er weiß, dass er 10 Stück im Jahr braucht, dann kauft er die auch mal im Supermarkt. Im Sonderangebot. € 4,99 das Stück.

Kosten nicht gesenkt, sondern tatsächlich verzwanzigfacht.

Die Ausschreibung des „Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr“ dürfte hingegen unerhörte Kosten verursachen - die natürlich umgelegt werden: Die angeschlossenen Dienststellen müssen via „Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr“ kaufen, zahlen also a) den Preis für das Schloss und b) den Preis für diese irre Wahnsinnsbürokratie. Der wahre Preis für das Schloss - von der Herstellung bis zur Einhängen in den Spind - dürfte sich gegenüber dem Kauf eines vergleichbaren Modells im Baumarkt (grob geschätzt) verzwanzigfachen. Über die Lieferfrist kann man auch nur spekulieren: Wahrscheinlich wird beim Bedarf nach solch einem Schloss zwar beim „Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr“ bestellt - aber wegen der absurden Bestelldauer trotzdem einfach eines aus der Handkasse gekauft und gehofft, dass dieses bis zur Lieferung der Bestellung via „Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr“  nicht völlig weggerostet ist. Oder halt der Raum, der Spind (oder das Transportfahrzeug mit der laut weiterer Vorschrift „BAAINBw-3876-A-873117-CR15/1977-Haha“ mit dem „Bundesschloss“ zu verschließenden Kiste als „nicht einsatzfähig“ gebucht und zum Rosten auf den Hof gestellt!

Und am Ende zahlen das die Steuerzahler.  Mit uns kann man es ja machen.

Schuld haben natürlich immer „ganz andere“!

Minister erzählen uns sodann „Natürlich wolle man keine solche Bürokratie, diese nicht ausufern lassen! Aber das wurde von der Europäischen Union so beschlossen und wir müssen das jetzt so machen!“ - und „vergessen“ dabei sehr sorgfältig auch nur im Ansatz zu erwähnen, dass es diese - manchmal sogar „höchstselbstpersönlich“ - den Mist in Brüssel mit beschlossen haben.

Was hat das mit der Ukraine zu tun?

Und jetzt stellen wir uns mal vor, die Bundesregierung(²) will „mal rasch“ so hundert Panzer oder Panzerhaubitzen oder Flugabwehrgeräte an die Ukraine liefern und setzt ihren Apparat in Gang: Das kostet dann richtig viel Geld ...  Mit den Ausschreibungen (auf Grund der größeren Komplexität geschätzt mehrere Millionen PDFs pro Gerätetyp) sind das „Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr“, ganze Jahrgänge von Juristen und die Gerichte für Jahrzehnte befasst. Aber auch die Hersteller - welche die Kosten für die eigene Armee von Rechtsanwälten, Ingenieuren und Übersetzern  natürlich umlegen.

Bis der erste Panzer geliefert werden kann ist Kiew dann wieder Hauptstadt des russischen Reiches - welches sich dann allerdings bis Lissabon erstreckt.


Hinweise:
¹) 

  • Die AfD hab nicht erwähnt weil ich die begründet für zu blöd halte als dass die DAS ändern würden.  Ansonsten ist die AfD nach meinem Ermessen nur noch korrupter und noch verlogener als die anderen. Und mit allem Verlaub: Für mich sind das vollkommene Idioten, von denen sich manche  als Liberale bezeichnen - aber selbst wohl für Faschisten halten und, wie wohl ein Herr Bernd Höcke aus Thüringen, jeden Morgen den - einst - erfolgreichen Habitus des angesehenen Herrn Dr. Paul Joseph Goebbels vor dem Spiegel üben. „Hach! Wenn das der Führer wüsste...“
  • Die so genannte „Linke“ habe ich auch nicht erwähnt, denn diese streitet sich über die richtige Anrede für jeden und welche Buchstaben und Zeichen man der „Abkürzung” namens „LGBTQIA+“ a) überhaupt und b) in welcher Reihenfolge hinzufügen muss.  Die sind also mit anderem beschäftigt und für Politik sowie echt „linke“ Themen wie das Wohl der Werktätigen nicht mehr zu haben. Und, naja: Manche „Linke“ haben wohl seit ihrer Geburt in Moskau die russischen Propagandasender auch ohne Radio im Ohr und noch nicht gemerkt, dass Stalin a) ein Massenmörder war und b) schon vor fast 70 Jahren jämmerlich verreckt ist. (Ich würde deshalb für „LGBTQIA+“  ein abschließendes „uaaSP“ für und alle anderen Sorten Psychos“ vorschlagen: „LGBTQIAuaaSP“)
²)  Haha! Olaf Scholz und „mal rasch“! Verglichen mit dem ist sogar eine Salzsäule wie die Altkanzlerin Merkel ein Düsenjäger.